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Özge in Österreich
[…] Kinder pflegen in Osttirol © X Özge Aslan Ich bin Özge Ich habe die Ausbildung zur Pflegefachfrau in Köln gemacht und war zu Beginn meines 2ten Lehrjahres für vier Wochen in Osttirol in Österreich. Wo warst du genau? Den Einsatz absolvierte ich in der Firma „Cura Plus“. Die Firma ist spezialisiert auf die mobile Kinderkrankenpflege, als auch für die ambulante Pädiatrische- und Erwachsenenintensivpflege. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit verschiedensten Berufsgruppen, wie beispielsweise den Physiotherapeuten, Logopäden und dem Palliativteam. Die Firma ist, innerhalb von Tirol, der einzige Ambulante Pädiatrische Pflegedienst. Der Firmensitz ist in Klagenfurt am Wörthersee, die Klienten sind jedoch ortsübergreifend. © X Özge Aslan „Kinder pflegen. Familien begleiten“ Das Motto beschreibt ganz gut das Aufgabenfeld. Die Familie ist ein großer Teil in der Pflegerischen Betreuung der Kinder. Und welche Aufgaben hattest du? Meinen Einsatz absolvierte ich im Bereich der Mobilen Kinderkrankenpflege und der pädiatrischen Intensivpflege. Ich wurde in ein sehr herzliches, offenes und humorvolles Team aufgenommen und habe mich sofort wohlgefühlt. Die Kinder, bei denen ich war, sind zwischen 4-11 Jahre alt. Die Dienstzeiten variieren, je nach Familie. Meistens begann er Morgens um 8 Uhr oder aber Mittags um 12 Uhr und endete gegen 15:30-19:30 Uhr, demnach arbeitet man um die 8-12 Stunden. Hin und wieder hat man in Österreich zwei Kinder am Tag, in der Regel ist man jedoch die ganze Schicht über bei einer Familie/einem Kind. Da die Klienten ortsübergreifend sind, könnten die Fahrtzeiten etwas länger ausfallen. © X Özge Aslan © X Özge Aslan Ich wurde gezielt, sowohl theoretisch als auch praktisch, angeleitet und durfte nach Anleitung und Absicherung der diplomierten Pädiatrischen Intensivkrankenschwester einige Aufgaben selbstständig übernehmen. Bei bestimmten Aufgaben war immer die zuständige Kraft unmittelbar an meiner Seite. Und deine Unterkunft? Untergekommen bin ich den Monat über im Hotel „Wildauers Haidenhof“ in Lienz. Ich wurde zuvorkommend und mit offenen Armen empfangen. Eine Küche hatte ich nicht, jedoch gab es die Straße runter mehrere Supermärkte und 20 Minuten vom Hotel entfernt die Stadt, so dass ich, wenn ich die Lust hatte, mir etwas holen gehen konnte. © X Özge Aslan © X Özge Aslan In meiner Freizeit bin ich viel durch Lienz gelaufen und habe mir die Stadt und die Umgebung angeschaut. An freien Tagen bin ich auch raus aus der Stadt in den nächstgelegenen Ort rüber, unter Anderem nach Klagenfurt am Wörthersee. Meine Erfahrung Ich fand die Zeit dort unglaublich schön und lehrreich. Sei es die persönliche Erfahrung oder aber beruflich. Meine Fachkompetenz, als auch den Umgang im pädiatrischen Bereich konnte ich erweitern und verfestigen. Wer hat mich unterstützt? Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil …
Simon in Lesotho
[…] Palliativdienst in Lesotho © X Simon Koch Simon Koch arbeitete als Freiwilliger im Rahmen seines weltwärts-Freiwilligendienstes in Lesotho in einem besonderen Arbeitsbereich: einem ambulanten Palliativdienst. Dank der Initiative von Simon und seinen Mitfreiwilligen wurde das Projekt für seine Arbeit vom Stiftungspreis der Deutschen Hospiz- und Palliativstiftung ausgezeichnet. Lesotho Dieses Land kannte ich sechs Monate vor Ausreise nicht einmal. Doch dann fand ich ADRA Deutschland und ein weltwärts-Projekt, welches gut zu mir passte. Ich bewarb mich und dann ging alles sehr schnell. Im August kam ich in Lesotho an. Ein kleines Land, umschlossen von Südafrika, welches als einziges Land weltweit mit seiner gesamten Fläche über 1.000 Meter Höhe liegt. Daher auch der Name „Kingdom in the Sky“. Und da war ich nun: 12.000 Kilometer von zu Hause entfernt. Und so abenteuerlich sich das alles anhört, so abenteuerlich wurde es am Ende auch. Ich und meine beiden Mitfreiwilligen konnten nicht nur bei einem ambulanten Palliativ-Projekt mitarbeiten, sondern hatten auch die Chance den Süden Afrikas kennenzulernen. Ein Sterben in Würde ermöglichen Unsere Einsatzstelle, die Najojo Better Living Mission Association , war einer der wenigen Hospizdienste in Lesotho. In diesem Gebiet gibt es viele Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden. Diese Menschen brauchen Palliativpflege, die darauf abzielt das Lebensende schmerzfrei und in Würde zu gestalten. Im Projekt arbeiteten wir in einem multiprofessionellen Team aus Ärzt*innen, Pflegekräften und Sozialarbeiter*innen, um für die Stadt Teyateyaneng und die umgebenden Dörfer eine ambulante Palliativversorgung anbieten zu können. Wir gingen täglich in kleinen Gruppen zu den Patient*innen und berieten sie bezüglich ihrer chronischen Erkrankungen, wie Bluthochdruck, Krebs und Diabetes. Unser Fokus war es den Menschen den Alltag zu erleichtern und Symptome wie Schmerz, Luftnot, Mobilitätseinschränkungen oder ähnliches zu kompensieren. Dazu boten wir ihnen neben der Beratung Hilfsmittel wie Medikamente, Gehhilfen oder Rollstühle an. Auch die Kommunikation mit anderen Gesundheitseinrichtungen, Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, das Erstellen von professionellen Dokumentationssystemen und sogar Gartenarbeit gehörten zu unseren Aufgaben. © X Simon Koch Bei der Arbeit: Simon links, Kollege/Sozialarbeiter Takki (mitte), Patient (rechts) Als wir vom Stiftungspreis der Deutschen Hospiz- und Palliativstiftung „Palliative Care Kooperation über Ländergrenzen hinweg“ erfuhren, beschlossen wir eine Bewerbung für unsere Gastorganisation einzureichen. Und gewannen den ersten Preis. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und kommt zur Gänze den Patient*innen im Palliativprojekt von Dr. Tonny Mwabury in Lesotho zugute. © X Simon Koch Patientinnenbesuch, Dr. Daniel (links außen), Simon, Patientin (mitte), Mitfreiwillige Mathilde Franz (2.v.rechts), Kollegin Thomello (rechts außen) Ein Jahr reich an Erlebnissen Das alltägliche Leben wurde dadurch bereichert, dass wir zusammen mit Einheimischen, anderen internationalen Freiwilligen und vielen Tieren auf einem kleinen Hof direkt neben der Einsatzstelle lebten. Wanderungen sowie Ausflüge nach Teyateyaneng und Maseru, die Hauptstadt Lesothos, waren sehr gut möglich. Auch regelmäßige Partys kamen bei den feierbegeisterten Basothos, wie sich die Menschen hier nennen, nicht zu kurz. © X Simon Koch Simon mit den Hunden der Einsatzstelle. Simon Ich lernte sehr viel: nicht nur im fachlichen, palliativen Bereich, sondern auch viel darüber wie die sozioökonomischen, kulturellen, spirituellen und politischen Strukturen in einem Land wie Lesotho sind. Zudem hatte ich das große Privileg, im Rahmen meines Urlaubs und bei Praktika Land und Leute außerhalb des Projekts kennenzulernen. Hierzu gehörten Reisen nach Johannesburg und Kapstadt, in die Highlands von Lesotho und nach Durban sowie in den Hluhluwe Nationalpark an der Ostküste Südafrikas. All die Höhen und Tiefen des ganzen Jahres machten es zu einem unvergleichlichen, unvergesslichen und abenteuerlichen Erlebnis. Ich lernte sehr viel: nicht nur im fachlichen, palliativen Bereich, sondern auch viel darüber wie die sozioökonomischen, kulturellen, spirituellen und politischen Strukturen in einem Land wie Lesotho sind. Ich lernte, ein Jahr weit weg von zu Hause zu leben und bis dahin noch unbekannte große Herausforderungen zu meistern. Ich lernte eine neue Sprache, viele großartige Menschen, die Natur Südafrikas und so vieles mehr kennen. Simon Ich lernte bis dahin noch unbekannte große Herausforderungen zu meistern. © X Simon Koch Wandern in Lesotho. © X Simon Koch In der Trockenzeit verändert sich die Landschaft deutlich. © X Simon Koch Simon in Thaba Bosiu, Lesotho Ich überzeugte mich erneut davon, wie großartig dieser Planet mitsamt Natur, Tier und Mensch ist und dass es sich lohnt für eine bessere Zukunft einzustehen. Ich erkannte meine Privilegien, große globale Probleme und Ungerechtigkeiten, aber auch Chancen und freue mich nun darauf, weiter in den Bereichen Gesundheit und Entwicklungspolitik aktiv zu sein. Ich kann es nur jedem empfehlen! Engagement und Interesse für Medizin Simon arbeitet aktuell wieder als Krankenpfleger in Bremen und möchte ab Oktober 2024 Palliative Care an der Hochschule Bremen studieren. Bei seiner Entsendeorganisation ADRA engagiert er sich weiterhin und führt die Gesundheitsworkshops zur Vorbereitung der neuen Freiwilligen auf den Ausreiseseminaren durch. weltwärts weltwärts ist der Freiwilligendienst im Ausland für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren (in bestimmten Fällen bis 35). Menschen aus Deutschland, Asien, Afrika, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa engagieren sich entwicklungspolitisch in einem Projekt vor Ort für Bildung, Umwelt und viele weitere Themen. Zum weltwärts Freiwilligendienst Icon doppelter Pfeil ADRA Deutschland e.V. Simon wurde vom Verein ADRA Deutschland e.V. entsendet. ADRA bietet verschiedene Möglichkeiten, sich in sozialen oder ökologischen Einsatzstellen zu engagieren: Ob im Inland oder im Ausland, es ist für alle etwas dabei! Zur Profilseite von ADRA Deutschland e.V. Icon doppelter Pfeil 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Medienpaket
[…] © X NA beim BIBB | Adobe Stock | KI-Info Medienpaket Machen Sie MeinAuslandspraktikum bei Auszubildenden bekannt! Unser Medienpaket enthält Grafiken und Textbausteine für Ihre Social-Media-Kanäle, Newsletter und Website sowie Hashtags für Social Media. Visual zur Verbreitung © X NA beim BIBB | Adobe Stock | KI-Info Copyright: © NA beim BIBB | Adobe Stock | KI-Info Formate: 1080x1080px (z.B. Instagram Post) (jpg, 0.5 MB) 1080x1920px A (z.B. Instagram Story) (jpg, 0.6 MB) 1080x1920px B (z.B. Instagram Story) (jpg, 0.6 MB) 5000x2613px (z.B. LinkedIn, Facebook) (jpg, 3,31 MB) 16 zu 9 (z.B. Facebook) (jpg, 1,62 MB) Textbausteine Den Relaunch bekannt machen. Icon Pfeil MeinAuslandspraktikum.de im neuen Look Die Webseite MeinAuslandspraktikum.de wurde neugestaltet und inhaltlich überarbeitet. Azubis finden hier zahlreiche Tipps zur Planung ihres Auslandsaufenthaltes während oder nach der Ausbildung. Wichtige Infos zu den Vorteilen und Möglichkeiten und Tools wie der Stipendienfinder sind jetzt schneller auffindbar. Ausbildungsverantwortliche und Beratende können die Seite an ihre Auszubildenden weitergeben, um interessierten Azubis gezielt weiterzuhelfen. Die Webseite bekannt machen. Icon Pfeil Als Azubi ins Ausland? Die Webseite MeinAuslandspraktikum.de informiert Auszubildende über Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Azubis finden hier Informationen zu den Vorteilen und Möglichkeiten, zahlreiche Tipps zur Planung sowie Unterstützungsmöglichkeiten. In den Erfahrungsberichten erzählen Auszubildende über ihre Erlebnisse. Und der Stipendienfinder bietet einen Überblick zu Fördermöglichkeiten und den Erasmus+ Stipendienplätzen. Ausbildungsverantwortliche und Beratende können die Seite an ihre Auszubildenden weitergeben, um interessierten Azubis gezielt weiterzuhelfen. Die Webseite bei Azubis bekannt machen. Icon Pfeil Als Azubi ins Ausland? Bei MeinAuslandspraktikum.de findest du alle Informationen rund um dein Auslandspraktikum während oder nach der Ausbildung. Vorteile und Möglichkeiten, Planungstipps und Erfahrungsberichte - hier findest du's. Und der Stipendienfinder gibt dir den Überblick über Fördermöglichkeiten. Schau vorbei und finde in 5 Schritten den Weg raus in die Welt! In den sozialen Medien Instagram Post-Vorschlag: Icon Pfeil Deine liebste Webseite für Azubi-Auslandspraktika erstrahlt im neuen Glanz Was neu ist: Sieht besser aus, ist aktueller, du findest wichtige Inhalte und Tools, wie den Stipendienfinder, jetzt viel schneller. Schau vorbei und finde in 5 Schritten deinen Weg ins Auslandspraktikum. Ausbildung freestylen oder von den Besten lernen!? Den Link zur Webseite findest du bei @meinauslandspraktikum oder geh auf: www.MeinAuslandspraktikum.de #meinauslandspraktikum #ausbildung #praktikum #workandtravel #azubis Repost-Vorschläge für LinkedIn: Icon Pfeil Variante 1: Auslandsaufenthalte sind wichtiger Baustein für eine internationale Berufsbildung. MeinAuslandspraktikum.de bietet Azubis eine zentrale Anlaufstelle für Planung, Infos und Fördermöglichkeiten – jetzt im neuen Design. Reinschauen lohnt sich. Variante 2: Zielgruppe Azubis Auslandsaufenthalt während oder nach der Ausbildung? MeinAuslandspraktikum.de bietet Azubis eine zentrale Anlaufstelle für Planung, Infos und Fördermöglichkeiten – jetzt im neuen Design. Reinschauen lohnt sich. Variante 3: Mehrwert für Ausbildungseinrichtungen Internationale Erfahrungen stärken Fachkompetenz, Selbstständigkeit und Sprachkenntnisse. MeinAuslandspraktikum.de bietet Azubis eine zentrale Anlaufstelle für Planung, Infos und Fördermöglichkeiten – jetzt im neuen Design. Reinschauen lohnt sich. Teilen Sie gerne unseren LinkedIn-Post ! Playing this video will transfer data to YouTube (see Privacy Policy ). Please agree to the external media content in your cookie settings. Open cookie settings Dauer: 0:17 Minuten | © NA beim BIBB / Adobe Stock / KI-Info 2026 Hier können Sie uns in sozialen Medien taggen: Instagram: @meinauslandspraktikum YouTube: @MeinAuslandspraktikum LinkedIn: @Nationale Agentur Bildung für Europa © X Adobe Stock | Natalia (bearbeitet) Sollten Sie darüber hinaus noch einen Bedarf haben, dann melden Sie sich gerne bei uns. Das sind wir: MeinAuslandspraktikum Icon doppelter Pfeil …
Monja in Irland
[…] Monja in Irland © X Monja Schweizer Hallo, ich bin Monja und ich berichte euch über mein Auslandspraktikum. Während meiner Ausbildung zur Industriemechanikerin mit Zusatzqualifikation zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten war ich mit Erasmus+ 4 Wochen in Irland. Während deiner Ausbildung warst du im Ausland – wo genau warst du? Ich war 2022 für circa vier Wochen in Irland in der Stadt Carlow. Carlow liegt im Südosten der Insel. Mein Ausbildungsbetrieb, die Kleemann GmbH , und meine Schule haben mich hierbei unterstützt. Ich wollte schon immer so viel wie möglich von der Welt sehen, Erfahrungen sammeln und andere Kulturen kennenlernen. In meinem Ausbildungsbetrieb habe ich den Flyer von GoforEurope gesehen. GoforEurope bietet in Baden-Württemberg Erasmus+ Auslandspraktika an. Mein Betrieb hat zugestimmt, also habe ich Kontakt aufgenommen. In einer Gruppe von insgesamt 10 Personen ging es dann nach Irland. © X Monja Schweizer Hier seht ihr die Klasse meines Englisch-Sprachkurses an der South East Technological University . Wie sah dein Tag in Irland aus? In der ersten Woche hatte ich einen Englisch-Sprachkurs, danach war ich drei Wochen im Praktikum. Morgens bin um 6 Uhr aufgestanden. Mit einem Kollegen bin ich zur Firma gefahren, sodass wir um 7:30 Uhr spätestens mit der Arbeit anfangen konnten. In der Instandhaltung habe ich jeden Tag ganz verschiedene Aufgaben erledigt. Und die Pausen haben meine Kollegen und ich gemeinsam verbracht. Nach dem Feierabend ging’s mit dem Bus, mit dem Kollegen oder mit meiner Gastfamilie nach Hause. Gewohnt habe ich bei einer Gastfamilie mit meiner Gastmutter und ihrer Tochter. Im Haus hatte ich ein eigenes Zimmer. Gab es Unterschiede zu deiner Arbeit in Deutschland? Mir sind verschiedene Unterschiede aufgefallen: Ich hatte flexible Arbeitszeiten. Ich habe mehr Schweiß-Arbeiten gemacht als in Deutschland. Der Umgang miteinander war freundlicher, hilfsbereiter und kommunikativer. Durch die 5-Sicherheitsregeln war die Arbeitssicherheit in Irland höher als in Deutschland. © X Monja Schweizer © X Monja Schweizer Hier seht ihr Schweiß- und Zerspanungstätigkeiten zur Errichtung der neuen 2.500-Tonnen-Presseinstallation bei Magna Instandhaltung. © X Monja Schweizer Was war dein spannendste, überraschendste oder aufregendste Erlebnis? Ich kann es gar nicht auf ein Erlebnis reduzieren, weil die unterschiedlichen Erlebnisse zusammenwirken: Ganz toll waren die Städte-Touren und das Besichtigen der Sehenswürdigkeiten in meiner Freizeit, mit meiner Gastfamilie und den anderen Entsendeten. Das Leben und Arbeiten wie die Einheimischen – und das Meistern der verschiedenen Herausforderungen. Challenges gab es ohne Ende. Zum Beispiel: Wie komme ich nach Hause, wenn der Bus nicht fährt? Was hast du in deiner Freizeit gemacht? Ich bin viel im Land herumgereist, habe neue Kontakte geknüpft oder Zeit mit den anderen Praktikanten verbracht. Gesehen habe ich Carlow, Dublin, Belfast, Waterford, Kilkenny, Tramore, Galway, Muine Bheag und Clare. © X Monja Schweizer Der Sonnenuntergang an den Cliffs of Moher © X Monja Schweizer Die Cliffs of Moher - eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Irlands. © X Monja Schweizer © X Monja Schweizer Kilkenny Castle aus dem 12. Jahrhundert ist das Wahrzeichen der Stadt Kilkenny. © X Monja Schweizer Monja Ich bin nach dem Auslandspraktikum selbstbewusster, mutiger, stärker und offener. © X Monja Schweizer Was hast du Neues gelernt? Was hast du über dich selbst gelernt? Ich bin nach dem Auslandspraktikum selbstbewusster, mutiger, stärker und offener. Und auch für meine Arbeit habe ich neues fachliches Wissen gelernt. Zum Beispiel habe ich gelernt, wie man Instandhaltungsarbeiten durchführt oder LED Lampen montiert. Dabei bin ich auch selbstständiger geworden. Hattest du im Vorfeld Sorgen? Ja, ich hatte mir schon Gedanken gemacht, über meine finanzielle Situation. Kosten für Flüge oder die Gastfamilie haben die Erasmus+ Förderung aufgebraucht. Es war gut die Ausbildungsvergütung weiterhin zu bekommen! Auch ob, meine Gastfamilie mich herzlich aufnehmen wird, oder wie der Auslandsaufenthalt mich verändern wird…. Aber, jedes Hindernis ist überwindbar. Heute engagiere ich mich als EuroApprentice , damit auch andere Azubis von Erasmus+ erfahren und den Schritt ins Ausland machen. Würdest du einen Auslandsaufenthalt weiterempfehlen? Monja Auf jeden Fall, ein Auslandspraktikum bereichert dich sehr an Erfahrungen und bringt dich auch in Zukunft weiter! Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Go.for.Europe Die Servicestelle informiert Azubis aus Baden-Württemberg zu Auslandspraktika während der Ausbildung und unterstützt bei der Planung. Zu Go.for.Europe Icon doppelter Pfeil © X EuroApprentices Deutschland Monja im Podcast "Erasmus+ Stories" der EuroApprentices In Folge #14 Herzliche Gastfamilie, Gruppenentsendung & Tattoo berichtet Monja über ihr Auslandspraktikum in Irland. Zum Podcast auf Spotify Icon doppelter Pfeil 1 2 3 / 3 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Jessica in Atlanta
[…] Jessica in Atlanta © X © Jessica Geissler „Am Anfang habe mich nicht getraut, Englisch zu sprechen - ab Tag zwei hatte ich keine Hemmungen mehr.“ Jessica macht eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Sie hat mit dem Stipendienprogramm "Azubis USA" sechs Wochen lang, ein College in Atlanta besucht. © X © Jessica Geissler Mit „Azubis USA" hast du sechs Wochen in Atlanta verbracht. Wie war die Ankunft für dich? Es war eine andere Welt, wie im Film. Manches ist doch anders als bei uns - viele Autos, kaum Fußgänger und eine große Auswahl an Fastfood. Das Schönste bei der Ankunft in Atlanta war, dass wir von unseren amerikanischen Peer-Buddys abgeholt wurden. Das fand ich richtig nett und so habe ich mich gleich willkommen gefühlt. Wie war das Leben an der Kennesaw State University und welche Kurse hast du im Collegeprogramm besucht? Das Leben an der Uni hat mir richtig gut gefallen. Der Campus ist zwar riesig, dennoch haben wir uns schnell zurecht gefunden. Und die Studierenden vor Ort waren wirklich alle freundlich und haben uns unterstützt. Durch meine Ausbildung zur Industriekauffrau hatte ich eine Riesen-Auswahl an Kursen und so habe ich mich für Marketing, Englisch, BWL, Personalwesen und Accounting entschieden. Was sich durch alle Kurse durchgezogen hat war „Public Speaking". Hier haben wir gelernt, wie man zu einem bestimmten Thema frei vor Leuten spricht- mit nur zwei Minuten Vorbereitung. Das war auf jeden Fall aufregend. © X © Jessica Geissler Wie bist du mit der Sprache zurecht gekommen? Am Anfang war ich schon zurückhaltend und habe mich nicht getraut, offen zu sprechen. Das hat sich aber durch unsere Peer-Buddys schnell geändert und an Tag zwei hatte ich keine Hemmungen mehr. Dadurch, dass wir die englische Sprache die ganze Zeit gehört und gesprochen haben, kam ich sehr schnell rein. Den Kursen am College konnte ich auch gut folgen - klar, manche Fachbegriffe fehlten, aber der Zusammenhang war klar verständlich. © X © Jessica Geissler Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen? Wir haben auf jeden Fall nie die Füße still gehalten und jeden Tag etwas unternommen. Unsere Buddys haben sogar einen Freizeitplan entworfen. So war uns nach dem College nie langweilig und wir haben viel gesehen und erlebt: Zum Beispiel waren wir fischen, haben einen historischen Rundgang durch Atlanta mitgemacht, besuchten ein Football-Spiel oder waren stilecht in einer Karaoke-Bar. Abends haben uns fast immer unsere Buddys in der Unterkunft besucht und wir saßen gemeinsam an der Feuerstelle, haben geredet und gelacht. Konntest du dir ein Bild von der Arbeitswelt in den USA machen? Wie unterscheidet sie sich deiner Meinung nach von Deutschland? Am College hatten wir Kurse zu Leadership, besuchten Unternehmen und haben uns mit unseren Buddys über die US -amerikanische Arbeitsweise unterhalten. Was auf jeden Fall deutlich wurde: Die Ausbildung ist dort anerkannter und wird mehr wertgeschätzt als bei uns in Deutschland. Bei den Unternehmen vor Ort haben wir gemerkt, dass die Mitarbeitenden offener und ehrlicher miteinander umgehen. Außerdem gibt es keine Hierarchien wie bei uns - die Unternehmen legen eher Wert auf gute Zusammenarbeit und Kollaboration. Was ich auch willkommen habe ist, dass es schneller und flexibler zugeht. Es wird weniger geplant, sondern auf Risiko gegangen. Bei uns in Deutschland geht es eher um eine genaue Planung und Sicherheit. Was nicht so schön ist: Die US -Amerikanerinnen und US -Amerikaner haben wesentlich weniger Urlaub und arbeiten richtig viel. Wir haben beispielsweise erfahren, dass die amerikanischen Studentinnen und Studenten zusätzlich zu ihren Uni-Kursen Vollzeit arbeiten. Das fand ich schon krass. © X © Jessica Geissler In deiner Gruppe waren Azubis unterschiedlicher Berufe - wie hast du das empfunden? Am Anfang dachte ich, dass mehr Teilnehmende eine Ausbildung zur Industriekauffrau bzw. -mann machen. Das war aber gar nicht so. Die Berufsgruppen waren total vielfältig: Von einer Erzieherin über einen Hörakustiker bis hin zum Bankkaufmann war alles dabei. Wir haben festgestellt - auch wenn wir unterschiedliche Ausbildungen durchlaufen - dass wir Gemeinsamkeiten haben, voneinander lernen können und uns dadurch super ergänzt haben. Nach der Reise haben wir weiterhin Kontakt und es besteht ein großes Netzwerk. Mit welchen Erfahrungen bist du nach Hause gekommen? Hattest du ein Highlight? Die ganzen sechs Wochen waren fantastisch, da ist es schwer, ein Highlight herauszupicken. Besonders schön war zum Beispiel, dass wir von unserer Englischlehrerin am Ostersonntag nach Hause eingeladen wurden, weil wir so weit weg von zu Hause und der Familie sind. Überhaupt: Alle Menschen waren freundlich, hilfsbereit und haben uns ihren Alltag integriert. © X © Jessica Geissler Was hat sich für dich persönlich verändert? Durch den sechswöchigen Collegebesuch in den USA habe ich Klarheit bekommen, wohin ich nach meiner Ausbildung möchte. Damals habe ich mich für eine Ausbildung entschieden, da ich nicht genau wusste: lieber studieren oder doch eine Ausbildung? Jetzt überlege ich sogar, ein Studium im Ausland anzufangen. Allgemein bin ich durch den USA-Aufenthalt selbstbewusster geworden, arbeite selbstständiger und kann mich an unterschiedliche Situationen besser anpassen. Hast du Tipps für Auszubildende, die sich bewerben möchten? Zeigen, was man alles macht bzw. was einen interessant macht. Also keine Scheu haben und ein bisschen mehr von sich erzählen! Ansonsten wird man gut durch den Bewerbungsprozess geführt, alle relevanten Infos, beispielsweise auch die für den Betrieb, sind verständlich. Und ein Tipp an die Betriebe: Die Teilnahme an „Azubis USA" ist anerkannt - das ist manchen Betrieben nicht so bewusst und macht den ganzen Prozess einfacher. © X © Jessica Geissler Azubis USA Auslandserfahrung während der Ausbildung ist keine Selbstverständlichkeit. Zeit, Geld und die Frage, ob der Betrieb mitmacht – das sind echte Hürden. Das Stipendienprogramm Azubis USA der Joachim Herz Stiftung setzt genau dort an. Finde Azubi USA im Stipendienfinder Icon doppelter Pfeil …
Charlotte in Nevada
[…] Charlotte in Nevada © X © Charlotte Wirths „Ein Moment während des Praktikums hat mich besonders geprägt.“ Charlotte hat mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm ( PPP ) als Bäckerin in Reno, Nevada gearbeitet. Kommunikation und Teamwork Was ich vor allem aus dem Jahr hier in der Perenn Bakery mitnehmen werde, ist die Teamarbeit und die Teamführung. Alles fand auf Augenhöhe statt, meine Managerin war immer sehr kommunikativ und transparent. In den USA gibt es das Bäcker-Handwerk, wie wir es aus Deutschland kennen, nicht in gleicher Weise. Bei der Perenn Bakery hatte ich die Gelegenheit, mit einer vielfältigen Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen zusammenzuarbeiten. Einige hatten eine Ausbildung an sogenannten „Culinary Schools“ absolviert, andere waren völlige Quereinsteiger, die zuvor als Zahnarzthelferinnen tätig waren, und wieder andere waren Studenten, die lediglich neben ihrem Studium in der Bäckerei gejobbt haben. © X © Charlotte Wirths Das war anders Im Allgemeinen war das Durchschnittsalter hier deutlich geringer im Vergleich zu meinem Ausbildungsbetrieb in Deutschland und der Betrieb wird von Frauen dominiert. Auch die üblichen Hierarchien, die in deutschen Betrieben mit Meistern, Gesellen und Lehrlingen typisch sind, lassen sich so in den USA nicht vorfinden. Natürlich gab es auch hier eine Managerin und zwei Assistenz-Manager, die die Aufgaben verteilten und die Verantwortung trugen - aber alles fand auf Augenhöhe statt. Verantwortung Meine berufliche Erfahrung war zweifellos von großem Nutzen, da ich bereits mit grundlegenden Abläufen vertraut war. Dies fiel auch meinen Kollegen und Vorgesetzten auf und ermöglichte mir, komplexere Aufgaben eigenständig zu übernehmen. Im Laufe der Zeit wurde mir mehr Verantwortung zugetraut und an Wochenenden war ich allein für bestimmte Aufgaben, wie die Produktion von Croissants und Gebäck, zuständig. Dennoch war ich stets offen für das Lernen von neuen Fertigkeiten und effizienteren Arbeitsweisen. In meinem PPP -Praktikum konnte ich so nicht nur meine bestehenden Kenntnisse vertiefen, sondern auch viele neue Dinge lernen, darunter die Herstellung spezieller Gebäckformen und verschiedene Cookie-Rezepte. Charlotte Ein Moment während des Praktikums hat mich besonders geprägt: Als meine Managerin bemerkte, dass ich mir selbst sehr viel Druck machte, um noch effizienter bei der Arbeit zu sein, hat sie mich zur Seite genommen und mir gesagt, dass ich mich beruhigen und nicht hetzen soll. Sie sagte mir, dass ich um 10% besser sein kann, selbst wenn das bedeutet, dass ich 10% langsamer arbeite. Dieser Satz hat sich seitdem in meinem Gedächtnis eingeprägt. Denn er unterstreicht die Tatsache, dass Schnelligkeit nicht alles ist; die Qualität spielt eine ebenso wichtige Rolle. Seitdem wiederhole ich diesen Satz nicht nur bei der Arbeit, sondern auch in anderen Lebenssituationen. © X © Charlotte Wirths Charlottes Fazit Mein PPP -Auslandsjahr hat nicht nur meine Perspektive erweitert, sondern auch meine Entschlossenheit gestärkt, nach meiner Rückkehr nach Deutschland positive Veränderungen in meinem Leben anzustoßen. Ich kehre zwar nicht als eine völlig neue Person zurück, aber ich bin fest entschlossen, mein Erlebtes zu nutzen, um positive Veränderungen in meiner Heimat und meinem persönlichen Umfeld zu bewirken. Koffer packen! In die USA mit PPP Das Parlamentarische Patenschafts-Programm für junge Berufstätige ( PPP ) ist ein deutsch-amerikanisches Austauschprogramm des Deutschen Bundestags und des US -Kongress. Mit dem PPP kannst du nach der Ausbildung ein Jahr in den USA studieren und arbeiten. Zum PPP Icon doppelter Pfeil …
Hanna in Kapstadt
[…] Hanna in Kapstadt © X Hanna Wohlfahrt Im Herbst 2022 trat Hanna ein zweimonatiges Auslandspraktikum während ihrer Tischlerausbildung an. Sie entschied sich, das Praktikum bei einem Surfboard-Shaper in Kapstadt zu absolvieren. Hier berichtet sie über ihre Erfahrungen im Praktikum. Die Planung des Praktikums Während der Planung des Praktikums wurde ich tatkräftig vom Europäischen Bildungsverbund unterstützt, wodurch die Vorbereitungen überschaubar wurden. Dennoch ist es ratsam, früh genug mit der Planung eines Praktikums zu beginnen, um sicher zu gehen, dass alles reibungslos ablaufen kann. © X Hanna Wohlfahrt Im September war's soweit Der Koffer war gepackt und es ging für mich in den Flieger. Meine Ankunft im fremden Land Südafrika war sehr angenehm. Ich war überrascht, wie stark der westliche Einfluss in Kapstadt ist. Zudem gibt es keine Zeitverschiebung, wodurch es mir recht leichtfiel, mich einzuleben. Die erste Arbeitswoche war besonders aufregend, da sehr viele neue Eindrücke auf mich warteten. Angefangen bei einer ungewohnten Werkstatt, über neue Arbeitskollegen und der englischen Kommunikation. Doch ich habe mich schnell wohlgefühlt. In der kleinen Werkstatt konnte ich mich zügig zurechtfinden und da mir viele Maschinen schon bekannt waren, fiel das Einarbeiten nicht schwer. Auch meine Kollegen waren sehr offen und hilfsbereit. Ich fand es sehr interessant für längere Zeit in einer anderen Werkstatt zu arbeiten, um unterschiedlichen Herangehensweisen an Aufgaben und vielleicht sogar den einen oder anderen, mir noch unbekannten, Kniff kennenzulernen. Hanna Meine Aufgaben waren recht abwechslungsreich und ich konnte den Ablauf des Surfboard-Baus Schritt für Schritt mitverfolgen und viel Neues dazu lernen. Die Verständigung war kein Problem Mich zu verständigen, war meist nie ein Problem. In Kapstadt herrscht Englisch als Verkehrssprache vor. Durch die vielen Kulturen in Kapstadt gibt es dennoch eine Vielzahl an Sprachen, die aufeinandertreffen sowie Afrikaans, Xhosa oder Zulu. Anfangs musste ich mich erst an die Dialekte gewöhnen, doch nach kurzer Zeit war dies kein Problem mehr. © X Hanna Wohlfahrt © X Hanna Wohlfahrt Herausforderungen auf der Reise Es ist normal, dass man während einer solchen Reise auch auf Herausforderungen stößt. Für mich war beispielweise die hohe Kriminalität in Kapstadt sehr ungewohnt. Doch wenn man sich an die gängigen „Verhaltensregeln“ hält, so kann man dennoch eine großartige Zeit erleben. All die Erlebnisse und Momente sind für mich eine ganz besondere Bereicherung geworden und ich bin sehr dankbar, dass ich all die Unterstützung für diese Reise erhielt. Ich kann es nur jeder Person ans Herz legen, diese Möglichkeit zu nutzen und ihre ganz eigene Reise zu erleben. Neue Fähigkeiten und Arbeitsmethoden Während der Arbeit konnte ich meine Fähigkeiten im Tischlerhandwerk weiter ausbauen und neue Arbeitsmethoden kennenlernen. Doch durch ein solches Praktikum lernt man noch vieles mehr dazu. Ich habe einige bereichernde Bekanntschaften gemacht sowie neue Kulturen kennengelernt und viel über die koloniale Geschichte Südafrikas gelernt. Ich habe mit Einheimischen zusammen gekocht und ihre Rezepte kennenlernen dürfen. Ich habe die schönsten Wanderungen unternommen, unzählige Sonnenuntergänge erlebt und die einzigartige Natur Kapstadts genossen. Bei einer solchen Reise wächst man nicht nur hinsichtlich seiner Berufsausbildung, sondern auch persönlich. Ich bin noch selbständiger und unabhängiger geworden, was mir sehr viel Sicherheit für meinen weiteren Werdegang gegeben hat. © X Hanna Wohlfahrt © X Hanna Wohlfahrt Hanna Ich würde jedem ein Auslandsaufenthalt während der Berufsausbildung empfehlen, der bereit ist, sich auf Neues einzulassen und seinen Horizont erweitern möchte. Förderung und Organisation AusbildungWeltweit Das Förderprogramm unterstützt dein Auslandspraktikum mit finanziellen Zuschüssen für die An- und Abreise zum Praktikumsort und für jeden Tag, den du im Ausland im Partnerbetrieb arbeitest. Wichtig: bei AusbildungWeltweit können Auszubildende selbst keine Förderanträge stellen. Du kannst trotzdem etwas tun. Hier erfährst du mehr Icon doppelter Pfeil …
Anja in Japan
[…] Anja in Japan © X Anja Braune-Unz Nach ihrer Ausbildung zur Keramikerin war Anja drei Monate mit Erasmus+ in Japan. Dort lernte sie die traditionelle Bizen-Keramikherstellung kennen und packte selbst mit an. Sie entdeckte eine neue Seite ihres Berufs und sammelte Erfahrungen, die sie fachlich wie persönlich geprägt haben. Wie es war, drei Monate in Japan zu leben und zu arbeiten, ohne die Sprache zu sprechen, erzählt sie im Interview. Anja, du hast drei Monate in einer japanischen Keramikwerkstatt gearbeitet. Was war dort anders als bei deiner Arbeit in Deutschland? Es war eine in jeder Hinsicht bereichernde und außergewöhnliche Erfahrung. Die traditionelle Keramik und deren weit zurückreichende Geschichte ist etwas ganz Besonderes in Japan. Ein Unterschied zu der Arbeit in Deutschland ist für mich definitiv die Demut und der Umgang mit dem Material und seine Gewinnung. Während man in Deutschland in aller Regel fertiges Material einkauft, habe ich in Japan beim Abbau des Tons mitgewirkt, welchen wir dann zu Keramik weiterverarbeitet haben. Dieses Vorgehen steigert auf jeden Fall die Wertschätzung vor dem Material, da man es vor der Verarbeitung mit den eigenen Händen aus der Erde gestochen, mit dem Holzhammer zerkleinert, gemahlen und letztlich angemischt hat. © X Anja Braune-Unz Der Anagama-Ofen war 20 Meter lang und wurde von Herrn Matsui, meinem Lehrmeister und Gastvater vor Ort, selbst erbaut. © X Anja Braune-Unz Ebenfalls ganz anders war dann auch das Brennen der Keramik im mit Holz betriebenen, traditionellen Anagama-Ofen. Allein das Bestücken und Hochheizen dieses riesigen Ofens auf 1.000 Grad Celsius bedarf eines mehrtägigen, strengen Vorgehens. Bis die Keramikstücke dann tatsächlich fertiggebrannt sind, vergehen insgesamt zwei Wochen und man muss das Feuer durchgängig überwachen und weiter füttern. Auch dabei lernt man viel Geduld und Hingabe für den Prozess. Insgesamt war die Arbeit sehr viel körperlicher als in Deutschland, wo ich die meiste Zeit an der Drehscheibe verbringe. In Japan hingegen haben wir viel mehr mit der Plattentechnik gearbeitet – einer Methode, bei der der Ton durch eine Walze zu dünnen Platten gepresst und anschließend geformt wird. © X Anja Braune-Unz Was ist Bizen-Keramik? Bizen-Keramik ist eine traditionelle japanische Keramik aus der Region Bizen in der heutigen Präfektur Okayama. Sie gehört zu den ältesten Keramiktraditionen Japans. Typisch sind ihre natürlichen dunkelroten bis braunen Farbtöne. Gab es auch Gemeinsamkeiten zwischen der Arbeit in Japan und Deutschland? Ganz klar die Liebe zur Keramik! Herr Matsui und ich haben uns sofort verstanden. Bereits am ersten Tag habe ich sofort mit angepackt und Herr Matsui und ich haben den gesamten Tag zusammengearbeitet, ohne wirklich miteinander zu sprechen. Da hat man einfach gespürt, was der nächste Schritt ist und welche Unterstützung er gerade gebrauchen könnte. Das war so eine harmonische, gut funktionierende Zusammenarbeit, obwohl man sich überhaupt nicht kannte, weil einfach die Leidenschaft auf beiden Seiten da war. © X Anja Braune-Unz Diese beiden Werkstücke habe ich selbst angefertigt. © X Anja Braune-Unz Welche Wertschätzung erfährt das Keramikhandwerk in Japan? Hattest du das Gefühl, dass das Keramikhandwerk in Japan besonders wertgeschätzt wird? Ja, auf jeden Fall! Mein Lehrmeister Herr Matsui präsentiert seine Werke regelmäßig auf Ausstellungen und ich hatte ganz zu Beginn meines dreimonatigen Aufenthalts die Möglichkeit, eine seiner gut besuchten Ausstellungen in Tokyo zu unterstützen. Für den Aufbau, der sowieso schon sehr umfangreich war, hatte Herr Matsui extra eine Ikebana-Meisterin beauftragt, die Keramik-Stücke in absoluter Kleinstarbeit und sehr ästhetisch mit Blumen zu dekorieren. Auch die Art, wie die Stücke angeliefert wurden – nämlich in extra angefertigten Holzschachteln – zeigte mir die extrem hohe Wertschätzung und Hingabe, die Herr Matsui für sein eigenes Handwerk verspürt. Auch die Besucher/-innen der Ausstellung zeigten große Begeisterung, Achtung und Respekt beim Betrachten und Erwerben der Stücke, sowie in den Gesprächen. Während ich in Deutschland oft in Gespräche über Preise von handwerklicher und künstlerisch hergestellter Keramik verwickelt werde, so ist das in Japan absolut kein Thema. Der Wert der Keramik, die in Handarbeit entsteht und jedes Stück einzigartig macht, wird nicht infrage gestellt. Du hattest deine Ausbildung gerade abgeschlossen und bist als Gesellin nach Japan gereist. Wie gut hat dich deine Ausbildung auf die Arbeit in Japan vorbereitet? Mit meinem Grundwissen über die Herstellung der Keramik habe ich mich durchaus gut vorbereitet gefühlt und war bereit Neues zu lernen. In Japan ist das Handwerk der Keramikherstellung hochgeschätzt und hat einen ganz anderen Stand als in Europa. Anja Die Ausbildungsdauer beträgt in Japan circa sieben Jahre und der ausbildende Meister entscheidet, wann ein Lehrling soweit ist, Keramik selbst herstellen zu dürfen. Anja Lange Traditionen und die speziellen Brenntechniken sind bis heute noch oftmals große Geheimnisse und werden nur bedingt weitergegeben. 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil Wenn man also zu einem „nur” dreimonatigen Praktikum kommen möchte – und dann noch als Ausländerin, Frau und mit einer nur zweijährigen Ausbildung –, dann ist es nicht leicht, jemanden zu finden, der sich darauf einlassen möchte. Man wird wahrscheinlich nicht als ausgebildete Keramikerin wahrgenommen, eher als Schülerin. Wie war es für dich, drei Monate in Japan zu leben und zu arbeiten? Insgesamt ist es mir tatsächlich leicht gefallen loszuziehen. Japan ist ein Land, in dem man sich immer willkommen fühlt. Ich hatte vor Ort das Gefühl, ich wäre schon einmal dort gewesen, obwohl das nicht stimmt. Aus meiner Erfahrung sind die Menschen sehr zugewandt und machen es einem einfach leicht, es ist eine sehr hilfsbereite und dankbare Gesellschaft. Eine ehemalige Kollegin ist Japanerin und war zufällig zur gleichen Zeit auch in Japan, gerade mal eine Stadt weiter. Sie hat mich quasi als ortskundige Dolmetscherin unterstützt und mir viele besondere Orte gezeigt. Auch meine Gastfamilie hat mich toll mitgenommen, um mir die Kultur näher zu bringen, z. B. durch gemeinsame Mahlzeiten und Ausflüge. Auch die traditionelle Herstellung von Kimonos in Handarbeit sowie die japanische Teezeremonie durfte ich kennenlernen, was sehr beeindruckend war. So konnte ich viel mehr Eindrücke gewinnen als wäre ich eine einfache Touristin gewesen. Der Alltag in einem anderen Land stellt einen natürlich durchaus vor Herausforderungen, wie zum Beispiel der Gang in den Supermarkt. Dort wurden alle Artikel nur auf japanisch ausgestellt, sodass ich mich mit einer Übersetzer-App anfangs mühsam durch den Supermarkt gearbeitet und nur Lebensmittel gekauft habe, die ich zweifelsfrei identifizieren konnte. Aber auch hier hat mich meine japanische Kollegin unterstützt und ist mit mir gemeinsam einkaufen gegangen, das hat mir sehr geholfen. Neben den Supermärkten fand ich aber besonders die kleinen, familiengeführten Läden faszinierend, die traditionelle, handgemachte Produkte wie Kalligrafie-Pinsel verkauft haben. © X Anja Braune-Unz Gab es Situationen, in denen du unsicher warst, ob du dich richtig verhältst? Wie bist du damit umgegangen? Es gab mit Sicherheit viele Momente, in denen ich mich „danebenbenommen“ habe. Aber die Menschen sind in Japan einfach zu freundlich, um es einem zu sagen. Ab und zu konnte ich anhand der Reaktionen der Mitmenschen erkennen, dass ich mich gerade nicht adäquat verhalten habe, aber gesagt hat mir das niemand. Letztlich hat dieser respektvolle Umgang mit mir dazu geführt, dass ich mich nach und nach entspannt habe. Die Freundlichkeit meiner Mitmenschen und das Wissen darüber, dass sie es mir nicht übelnehmen, wenn ich etwas falsch mache, haben den Druck rausgenommen. Japan war aber das erste Land, in das ich gereist bin, bei dem ich im Vorfeld wirklich Angst hatte, etwas falsch zu machen. Daher war es mir auch wichtig, mich gut vorzubereiten. So bin ich bereits im Vorfeld meines Aufenthalts mit meiner Gastfamilie ausführlich in Kontakt getreten. In dem Zuge bat ich meine Gastmutter darum, mir bitte mitzuteilen, wenn ich in ein Fettnäpfchen getreten bin, damit ich daraus lernen kann und niemanden verletze. Aber auch Recherche im Vorfeld hat dazu beigetragen, dass ich mich sicherer gefühlt habe. Ich habe zum Beispiel Videos geschaut, in denen die „Do‘s & Dont’s“ über das Leben in Japan zusammengefasst waren. Hilfreich war auch dabei wieder meine japanische Kollegin, deren Rat ich gerade zu Beginn meines Aufenthalts schnell per Handy einholen konnte, wenn ich mir unsicher war. Hattest du vor der Reise Sorgen? Und was hat dir Sicherheit gegeben? Ich war zum Glück recht entspannt. Ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut und wusste, dass ich durch die Erasmus+ Förderung finanziell sehr gut abgesichert bin. Anja Die Erkenntnis, dass ich die Reise völlig freiwillig mache und ich durchaus die Möglichkeit habe, die Rahmenbedingungen vor Ort mitzubestimmen und im äußersten Notfall frühzeitig wieder nach Hause kommen zu können, haben mir viel Sicherheit gegeben. Anja Ich habe mir bewusst gemacht, dass ich nicht dabei bin, mein gesamtes Leben nach Japan zu verlagern, sondern nur für eine begrenzte Zeit dort sein werde. 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil Ein wenig Sorge hatte ich vor der Verständigung. Ich hatte im Vorfeld die wichtigsten Floskeln auf Japanisch per Sprachlern-App eingeübt, richtige Sprachkenntnisse brachte ich aber nicht mit. Das hat mich verunsichert, weil ich nicht respektlos gegenüber den Einheimischen wirken wollte. Aber vor Ort hat das alles zum Glück gut funktioniert und meine Nachbarin begrüße mich jeden Morgen sogar auf Englisch mithilfe ihrer Übersetzungs-App. Das wusste ich sehr zu schätzen. © X Anja Braune-Unz Meine Arbeitsumgebung © X Anja Braune-Unz © X Anja Braune-Unz Hier werden junge Reis-Pflanzen ins Reisfeld angepflanzt. © X Anja Braune-Unz Ich war zur Kirschblüten-Zeit in Japan. Was würdest du Auszubildenden sagen, die gerne ins Ausland möchten, sich aber noch nicht trauen? Ich finde die Vorstellung wirklich schade, dass jemand sich wegen Sorgen und Ängsten die Chance entgehen lässt, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Ein bisschen Bauchkribbeln gehört einfach dazu – das hatte ich auch, obwohl ich zuvor schon längere Zeit im Ausland verbringen durfte. Ich habe nicht nur beruflich dazugelernt. Ich habe auch das Gefühl – und das signalisieren mir auch meine neu gewonnenen japanischen Freund/-innen, mit denen ich noch regelmäßigen Kontakt pflege –, dass ich ein zweites Zuhause dazugewonnen habe. Anja So eine Möglichkeit kriegt man später nie wieder geboten, man sollte sie wirklich ergreifen. Die Erfahrungen, die ich in Japan gemacht habe, kann mir niemand mehr nehmen. Anja Wenn ich ab September die Meisterschule besuche, habe ich vor, ein weiteres Auslandspraktikum zu machen. Ich bin absolut begeistert und würde es jederzeit wieder machen 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil Wer hat gefördert und organisiert? Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Als europäisches Programm unterstützt Erasmus+ in erster Linie Praktika in der EU sowie den Programmländern. Seit 2021 können in begrenztem Maß Aufenthalte außerhalb Europas gefördert werden. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil © X Berufsbildung ohne Grenzen Berufsbildung ohne Grenzen Der Aufenthalt wurde organisiert mit der Handwerkskammer Lübeck. Die Handwerkskammer ist Teil im Beratungsnetzwerk Berufsbildung ohne Grenzen. Zu Berufsbildung ohne Grenzen Icon doppelter Pfeil 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
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