Suche
Jana in Finnland
[…] Jana in Finnland Fröhliches Stimmenwirrwarr, Geschirr klappert, der Duft des Mittagessens weht aus der Küche hinüber, kurz stimmt jemand ein Lied an: Die Studierenden der Lärkkulla Academy im Süden Finnlands sitzen zusammen an einem langen Tisch im hellen Speisesaal, Jana Gren aus Nürnberg mittendrin. © X Jana Gren Jana Gren Die musikbegeisterte und -begabte junge Frau ist mit Erasmus+ für mehrere Monate nach Finnland gekommen, um sich beruflich weiterzubilden. An der Berufsfachschule für Musik bbs Nürnberg hat sie die Ausbildung zur staatlich geprüften Ensembleleiterin mit pädagogischer Zusatzausbildung erfolgreich abgeschlossen, nun soll es weitergehen – und am liebsten irgendwann an der Hochschule in ein Kompositionsstudium münden. Jana ist ein lebendiger junger Mensch. Nichts unterscheidet sie von ihren Mitstudierenden bis auf eine Sache: Jana kann nicht sehen. Das hindert sie an nichts. Auch nicht daran, sich auf den langen Weg nach Finnland zu machen und sich dort selbständig zurecht zu finden. Im Alltag hat sie eine Assistenz, die sie bei Einkäufen begleitet, und ihr bei der den Aufgaben wie Wäsche waschen hilft. Auf die Begleitperson beim Flug, die das Erasmus+-Programm finanziert hätte, hat Jana verzichtet, denn ihre Eltern sind zusammen mit ihr nach Helsinki geflogen. Sie sind jedoch schon nach einer Nacht zurückgeflogen „nachdem sie gemerkt haben, dass ich hier gut aufgehoben bin“, wie Jana sagt. © X Jana Gren Jana in Helsinki In Lärkkulla Sehende und nicht-sehende Menschen seien hier wie eine Familie, erzählt sie weiter. Sie besuchen den Rock-Pop-, Musical- oder Kompositionszweig der Schule, erhalten Einzel- und Ensembleunterricht im Singen, Tanzen oder Instrumentalspiel und setzen dies zusammen in Bands und Ensembles um. © X Jana Gren Während ihres Aufenthaltes ist Jana die einzige blinde Schülerin, doch insgesamt haben bereits zehn blinde oder sehbehinderte Menschen in Lärkkulla gelebt. „Musik ist mein Licht“, sagt Jana. Täglich übt sie Klavierspielen auf dem Flügel in der Bibliothek, hat Gesangsunterricht. Ihre große Leidenschaft ist es zu komponieren. Die Noten der Musikstücke schreibt sie in Braille-Notenschrift und importiert diese anschließend in Schwarzschrift. Dabei sprudeln ihre musikalischen Ideen: Zwei Opern hat sie schon geschrieben, davon ein Liebesdrama in Neulatein. Denn Jana hat außer der Leidenschaft für Musik noch eine weitere für Sprachen. Acht Sprachen spricht sie. Finnisch hat sie sich selbst per YouTube beigebracht und konnte deshalb gleich in den Fortgeschrittenen-Sprachkurs in Lärkkula einsteigen. © X Jana Gren Mit den Mitschülerinnen und Mitschüler spricht Jana Finnisch. © X Jana Gren Jana mit dem Schuldirektor und Petra Ondrusek Im Februar 2022 hat Jana Besuch aus Deutschland bekommen. Petra Ondrusek, die Schulleiterin der Berufsfachschule für blinde und sehbehinderte Menschen in Nürnberg, ist privat nach Finnland gereist, um sich das Ausbildungszentrum Lärkkula genauer anzuschauen. Die Schule hat Jana selbst gefunden. „Eine kleine, feine Schule, genau die richtige für sie. Die musikalischen Angebote sind vielfältig, parallel dazu kann Finnisch gelernt werden und jeder, der will, wird bereitwillig in die Gemeinschaft aufgenommen“, sagt Petra Ondrusek. Wer hat unterstützt? Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Menschen mit sozialen, körperlichen oder geistigen Benachteiligungen unterstützt Erasmus+ mit zusätzlichen Mitteln. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Text: Christina Budde, freie Journalistin, im Auftrag der NA beim BIBB. …
Cindy in Irland
[…] Lippen lesen auf Englisch Ich bin Cindy Klink Während meiner Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach habe ich ein Auslandspraktikum in Cork, Irland gemacht. Ich bin hochgradig schwerhörig, seit meinem dritten Lebensjahr trage ich Hörgeräte, und die Gebärdensprache ist meine Muttersprache. © X Cindy Klink Ins Ausland gehen und dort für eine Weile leben wollte ich schon immer. Mir war klar, dass man das ganz und gar nicht mit Deutschland vergleichen kann. Mir standen fünf Länder zur Auswahl für das Praktikum: Schweden, Finnland, Österreich, Schweiz und Irland. Irland ist bekannt als die grüne Insel; es ist sehr idyllisch und ich bin ein sehr naturverbundener Mensch. Außerdem war Irland das einzige der Länder, das ich noch nicht bereist hatte. Zum Glück war ich nicht alleine. Vier andere Azubis haben zeitgleich in Irland ein Auslandpraktikum gemacht. So haben wir uns zusammen auf die Reise gemacht. © X Cindy Klink Die irische Agentur GreenHorizon hat mir den Praktikumsplatz im Heizungsunternehmen aquatech vermittelt. © X Cindy Klink Das ist nur ein Teil vom Lager des aquatechs. Hier sind alle Sachen, die für eine Heizungs- und Solarinstallation benötigt werden, gelagert. © X Cindy Klink Die meiste Zeit habe ich in Excel gearbeitet, durfte eine Gewinn- und Verlust Rechnung aufstellen sowie Kredite kontrollieren. Das Foto hat meine Lehrerin aus Deutschland gemacht, die mich in Irland besucht hat. Das Arbeitsleben in Irland ist sehr anders. Dort geht es viel gelassener und entspannter zu als in Deutschland. Wenn zum Beispiel mal eine Rechnung in den Akten fehlt, ist es kein großes Problem. Lippen lesen auf Englisch Mit meinen Kolleginnen und Kollegen kam ich sehr gut klar. Am Anfang war die Kommunikation aufgrund meiner Hörschädigung natürlich sehr holprig, was sich aber in Laufe der Zeit besserte. Erstens, weil die Kollegen wussten, wie sie mit mir reden müssen, und zweitens, weil ich mich an ihre Stimmen gewöhnt habe. Ich kann Englisch von den Lippen lesen. Jedoch ist das gar nicht so einfach, weil die Iren sehr undeutlich, unklar und ziemlich schnell reden. Doch irgendwann hatte ich es einfach raus und es funktionierte, was mich selber sehr erstaunte. Meine Hörbehinderung habe ich nicht direkt als Problem angesehen, als ich mich für das Auslandpraktikum beworben habe. Während meines Aufenthalt habe ich in einer Wohngemeinschaft mit sechs anderen gewohnt. Die meisten kamen aus anderen Ländern, es war also ziemlich gemischt. Es war eigentlich ganz okay. Leider war die Wohnung nicht so wirklich sauber, und darauf reagiere ich aufgrund meiner Allergie sehr empfindlich. Teilweise konnte ich nächtelang nicht schlafen, trotz Medizin. In der Situation wollte ich manchmal schon nach Hause. © X Cindy Klink Ein besonderes Erlebnis war ein Ausflug zu den Cliffs of Moher. Der Anblick war einfach atemberaubend, und obwohl das Wetter an diesem Tag nicht wirklich mitspielte, war es einfach wunderschön. Mein Fazit: Der Auslandaufenthalt hat mich selbstbewusster gemacht und mir das Selbstvertrauen gegeben, dass ich mit meiner Hörbehinderung zwar auf Probleme stoße, aber nichts unmöglich ist. Mein Tipp für andere Azubis: Hört auf Euer Bauchgefühl! Wenn ihr das wollt, dann schafft ihr das auch. Denkt bloß nicht an die Probleme, die auf euch zukommen könnten. Sie wirken größer als sie tatsächlich sind. Eine solche Erfahrung ist einmalig! Wer hat mich unterstützt? Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Organisation Mein Auslandpraktikum wurde vom Robert-Schmidt Berufskolleg in Kooperation mit dem Rheinisch-Westfälischen Berufskolleg organisiert. Die Zuteilung zum Praktikumsbetrieb organisierte die Agentur GreenHorizon. 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Carolin in Tansania
[…] Carolin in Tansania © X Carolin Schmedding | DAJW Carolin ist Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin und lebt in Schwerin. Als ein Kinderarzt und Experte des Senior Experten Service ihr vom Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk und der Möglichkeit eines gemeinsamen Einsatzes erzählt hat, musste sie nicht lange überlegen. Hallo Carolin, was hast du während deiner Team works!-Hospitation gemacht, erzähl doch einmal! Meine Hospitation hat im St. Benedict Ndanda Referral Hospital stattgefunden. Das Krankenhaus befindet sind in Ndanda, eine kleine Stadt in der Provinz Mtwara in Tansania. Dort habe ich auf der Intensivstation für Frühgeborene und auf der Kinderstation hospitiert und gearbeitet: Ich habe die Pflegekräfte unterstützt und versucht, mein Fachwissen weiterzugeben. Carolin So eine Hospitation erfordert manchmal starke Nerven, viel Geduld und auch schon mal Kreativität. Aber wenn man dafür gemacht ist, ist es grade als Tandem eine super Sache! Mir ist nach einer Weile deutlich geworden, dass ich durch meine Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin bereits sehr viel fachspezifisches Wissen habe und dass ich mit meiner Arbeitserfahrung durchaus schon eine Expertin auf meinem Gebiet bin. Und so habe ich mir große Mühe gegeben, in der kurzen Zeit möglichst viel von meinen Kenntnissen in der Pflege von Neugeborenen, herzkranken Kindern und der Pflege bei verschiedenen Infektionen sowie im Bereich Krankenhaushygiene weiterzugeben. Gleichzeitig habe ich auch sehr viel gelernt und interessante Erfahrungen gesammelt. Vor allem im Bereich Kommunikation und bei der Beobachtung von Patientinnen und Patienten habe ich Dinge dazulernen können. © X Carolin Schmedding Gute Stimmung beim Ausflug mit den Kolleginnen und Kollegen. © X Carolin Schmedding Picknick in freier Natur: Carolin und ihr Kollege aus der Klinik. Warum hast du dich für eine Team works!-Hospitation mit dem Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk entschieden? Auf das Programm bin ich durch meinen Tandempartner Dr. Rolf Löw aufmerksam geworden. Er hat mich gefragt, ob ich ihn nach Tansania begleiten möchte. Die Idee hinter Team works ! finde ich wirklich toll, da auch für afrikanische Fachkräfte die Möglichkeit besteht, für eine Hospitation nach Deutschland zu kommen. Dadurch findet das gesamte Programm deutlich mehr auf Augenhöhe statt und ist außerdem nachhaltiger. Ich denke, die Hospitation von afrikanischen Fachkräften in Deutschland ist wirklich wichtig und das Herzstück von Team works !. Außerdem haben sich durch die Arbeit im Tandem gleich zwei Vorteile ergeben: Zum einen habe ich natürlich sehr durch die Erfahrung von Dr. Rolf Löw profitiert. Und zum anderen hatten wir das Glück, ein interdisziplinäres Duo zu bilden, sodass wir uns nicht nur als Seniorexperte und junge Fachkraft gut ergänzen konnten, sondern auch als Kinderkrankenschwester und Kinderarzt. Carolin Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und jeder konnte seine Expertise gut einbringen. Kannst du uns drei Dinge oder Erfahrungen nennen, die du aus deiner Hospitation mitnimmst? 1. Ein ehrliches, warmherziges Lächeln und eine liebe Geste sagen einfach mehr als 1000 Worte. 2. Man kann nicht jedes Leben retten, der Tod gehört zum Leben eben dazu. Auch das war mir als Krankenschwester im Prinzip schon bewusst, ist mir aber durch meine Hospitation noch einmal deutlich vor Augen geführt geworden. 3. Für mich war es eine unbeschreibliche Erfahrung! Ich liebe einfach die Arbeit mit Menschen in der Pflege und das Miteinander von unterschiedlichen Kulturen. Förderung und Organisation Deutsch-Afrikanisches Jugendwerk ( DAJW ) Mit Team works ! bilden junge und erfahrene Fachkräfte ein Tandem für nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit dem Senior Expert Service (SES) ermöglicht das DAJW Auszubildenden und jungen Berufstätigen 2,5 bis 6-wöchige Hospitationen auf dem afrikanischen Kontinent und in Deutschland. Weil das DAJW eingestellt wird, sind keine Bewerbungen mehr möglich. …
Felix in den USA
[…] Felix in den USA © X Felix Paul Felix Der Bierbrauer war nach seiner Ausbildung in Montana und hat dort in einer lokalen Brauerei gearbeitet. Uns erzählt er von den Unterschieden beim Bierbrauen in den USA und in Deutschland. 1 Ausbildung abgeschlossen und beim PPP beworben Mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm ( PPP ) für junge Berufstätige schickt der Bundestag jedes Jahr 75 junge Menschen mit Berufsausbildung für ein Jahr in die USA. In den ersten sechs Monaten geht’s an ein College zum Studieren und im zweiten Halbjahr absolvieren die Teilnehmenden ein Praktikum bei einer US -amerikanischen Firma. Während des Auslandjahres leben die Teilnehmenden in einer Gastfamilie und werden von der Austauschorganisation Cultural Vistas rundum betreut. 2 Der Praktikumsbetrieb Felix war in der kleinen Brauerei gemeinsam mit seinem Chef Darin und seinem Kollegen CJ für den kompletten Produktionsablauf verantwortlich. Er durfte sich kreativ ausleben. Jede Woche wurde ein neues Rezept geschrieben und ausprobiert. So lernte er viele neue Bierstile kennen, die er vorher noch nie gebraut hatte. Im Winter ging es dann regelmäßig auf die Piste. Das gemeinsame Skifahren war eine "Riesengaudi". © X Felix Paul In dieser Brauerei hat Felix sein Praktikum gemacht. © X Felix Paul Hier verbrachte Felix seine Zeit mit dem Brauen neuer Biersorten. 3 Das Projekt: Typisch bayrisches Bier in Montana Die Brauerei hatte noch nie ein untergäriges Bier hergestellt und so konnte Felix eine für den Betrieb völlig neue Biersorte brauen. Obwohl die Voraussetzungen schwierig waren und ein wenig Experimentieren erforderlich war, hat alles geklappt und das Bier wurde sehr gut angenommen. Felix hat beruflich sehr viel Neues gesehen und gelernt. Die Unterschiede zur deutschen Brauindustrie sind groß. Ein durchoptimierter Prozess ermöglicht den geringen Bierpreis in Deutschland. In den USA wird viel improvisiert, was nicht immer effizient ist, aber Raum für Experimente und neue Erfahrungen lässt. 4 Die Gastfamilie Typisch für ein berufsbezogenes Praktikum mit dem PPP ist auch die Unterbringung bei einer Gastfamilie. Damit wird der Austausch in allen Lebensbereichen gefördert. © X Felix Paul Hier verbringt Felix mit seiner Gastfamilie den amerikanischen Feiertag "Thanksgiving". 5 Was bleibt? Zuallererst: bessere Englischkenntnisse, of course ! Aber auch die Herausforderung sich in einer neuen Kultur zurechtzufinden und ein neues Sozialleben aufzubauen hat Felix persönlich wachsen lassen und ihm sehr viel Spaß gemacht. © X Felix Paul Felix Mein Jahr in den USA ist von unschätzbarem Wert für mich, aber egal wo, ich glaube man lernt überall nette Menschen kennen und kann eine wahnsinnig bereichernde Zeit haben, solange man sich auf die Kultur im Gastland einlässt. Wer hat das Praktikum gefördert? Parlamentarisches Patenschafts-Programm ( PPP ) Finanziell unterstützt wurde dieses Auslandspraktikum vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm für junge Berufstätige ( PPP ). Zum Parlamentarischen Patenschafts-Programm Icon doppelter Pfeil …
Luna in Peru
[…] Luna in Peru © X Luna Sültemeyer Luna Während ihrer Ausbildung zur Luftverkehrskauffrau bei der Fraport AG war Luna Sültemeyer für sechs Wochen in Peru. Dort hat sie im Retail&Experience-Team des Flughafens in Lima, einer Auslandsbeteiligung der Fraport AG , mitgearbeitet. Warum bist du während deiner Ausbildung nach Peru? Ich wollte Berufserfahrung im Ausland sammeln und einmal mitbekommen, wie die Arbeitsprozesse in einem anderen Land ablaufen. Sowie natürlich die Chance nutzen, die Welt zu bereisen und verschiedene neue Erfahrungen zu sammeln, neue Menschen kennenzulernen und einen Einblick in eine fremde Kultur zu bekommen. Wie sah dein Arbeitsalltag aus? Ich habe dort ganz regulär von Montag bis Donnerstag von 8-18 Uhr gearbeitet, wobei die Peruaner gerne mal eine längere Mittagspause machen. Freitags wurde dann nur noch halbtags von 8-13 Uhr gearbeitet. Morgens bin ich gegen 7 Uhr vom Mitarbeiterbus abgeholt worden und der hat ca. 1 Stunde bis zum Flughafen gebraucht, da der Verkehr in Lima der Horror ist. Dort am Flughafen habe ich im Retail&Experience-Team des Flughafens Lima mitgewirkt und ich wurde super schnell ins Team aufgenommen. Mir wurden von Anfang an Aufgaben zugeteilt und kleine Projektentscheidungen zugetraut. Da auch dort seit der Pandemie Homeoffice recht beliebt ist, habe ich auch ab und zu Tage aus dem Homeoffice heraus gearbeitet. Vorteil war, dass ich mir den langen Anfahrtsweg sparen konnte. © X Luna Sültemeyer Der Blick aus meinem Büro im 8. Stock am Flughafen auf die umliegenden Stadteile Limas. © X Luna Sültemeyer Mein Team und ich zu Besuch auf der Baustelle des neuen Terminals. Gab es Unterschiede zu deiner Arbeit in Deutschland? Die Arbeitsprozesse waren von Grund auf gleich, nur die spanische Sprache hat dann doch schon für große Unterschiede gesorgt. Ansonsten wurde ich dort sehr wertgeschätzt für meine Arbeit. Jeder, den ich irgendwo auf dem Flur oder im Aufzug getroffen habe, war total interessiert an mir und meiner " Story ". Besonders aufgefallen ist mir, dass das Arbeitsverhältnis sehr herzlich und persönlich war. Luna Ich habe definitiv an Selbstvertrauen gewonnen, da ich viel alleine meistern musste und das auch super hinbekommen habe. Luna Genauso konnte ich in der Arbeitswelt viel an Begrifflichkeiten und Prozessen mitnehmen. Mein Spanisch habe ich definitiv auch improved! 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil Auf der Arbeit habe ich versucht, den größten Teil auf Spanisch zu kommunizieren, aber gewisse Prozesse wurden auch auf Englisch kommuniziert. In meiner Freizeit habe ich versucht, nur Spanisch zu reden. In den meisten Teilen der Stadt oder in vielen Situationen wäre ich mit Englisch nicht weit gekommen. Wie war dein Ankommen in Lima? Im Vorfeld hatte ich kaum Sorgen oder Hindernisse, der Organisationsprozess war sehr einfach und ich hatte Unterstützung von der Fraport AG . Außerdem war die Freude über die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen, größer. Ich habe tatsächlich auch schon viele Länder bereist und bereits ein Jahr alleine im Ausland gelebt, sodass alleine nach Südamerika zu fliegen kein riesengroßer Schritt für mich war. Eine Kollegin aus dem HR -Team hat mich am Flughafen empfangen und mir bei den ersten organisatorischen Dingen geholfen. Im Anschluss hat sie mich zu meiner Unterkunft gefahren. Ansonsten war ich vor Ort auf mich allein gestellt. Ich habe aber durch die Arbeit viele nette Menschen kennengelernt und mit ihnen dann auch einiges unternommen. Was hast du in deiner Freizeit erlebt? Da ich im Januar/Februar in Peru war, war das Wetter im Vergleich zu Deutschland natürlich hochsommerlich und so hat sich der deutsche Winter auf jeden Fall überstehen lassen. © X Luna Sültemeyer Eine der vielen schönen Ecken in direkter Nähe zu meiner Wohnung. © X Luna Sültemeyer Da in Peru alles auch einen Ticken günstiger ist als in Deutschland, konnte ich mir eine echt coole Unterkunft leisten mit Dachterrasse und Pool. © X Luna Sültemeyer Ich habe Lima viel zu Fuß erkundet... © X Luna Sültemeyer ... und war mit Freunden, die ich dort kennengelernt habe, auf Bootstouren oder habe andere gemeinsame Aktivitäten unternommen. © X Luna Sültemeyer Ich war in der kleinen Küstenstadt San Bartolo, wohin die Großstädter gerne an Wochenenden fliehen. Ansonsten konnte ich leider nicht viel von Peru bereisen, da aufgrund der politischen Situation während meines Aufenthaltes die großen Must-See-Sehenswürdigkeiten, wie der Machu-Picchu, leider geschlossen waren. Und auch von Reisen im Land wurde abgeraten, da es viele Straßensperrungen gab. Was war das spannendste, überraschendste oder aufregendste Erlebnis? Das aufregendste Erlebnis war mein Auslandsaufenthalt im Großen und Ganzen: Das selbständige Einteilen meines Tagesablaufes, das Zurechtkommen in einem neuen Land, aber auch meine Kurztrips mit Freunden, das Wochenende in San Bartolo und die verschiedenen Einladungen zu peruanischen Partys oder Work-Events. Auch ein großes Highlight war für mich, von der Arbeit zu kommen und in meinen Pool auf der Dachterrasse springen zu können. Das war eine Sache, die ich aus Deutschland so nicht kannte und sich bei den Temperaturen in Lima natürlich angeboten hat. © X Luna Sültemeyer Spannend war auch die politische Situation in Peru während meines Aufenthaltes. Es war aufregend, die Emotionen der Peruaner und die Demonstrationen vor Ort mitzuerleben. Würdest du einen Auslandsaufenthalt weiter empfehlen? Auf jeden Fall! Die Menschen vor Ort sind alle so freundlich und interessiert, dass es manchmal total umhauend ist. So viel Gastfreundschaft zu erleben war der Hammer! Wer hat unterstützt? Erasmus+ Lunas Praktikum wurde mit Erasmus+ Berufsbildung gefördert. Als europäisches Programm unterstützt Erasmus+ in erster Linie Praktika in der EU sowie den Programmländern. Seit 2021 können in begrenztem Maß Aufenthalte außerhalb Europas gefördert werden. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil …
Ann-Sophie in Rumänien
[…] Ann-Sophie in Rumänien Ann-Sophie ist 19 Jahre jung und macht eine Ausbildung zur Forstwirtin. Sie hat sich riesig gefreut, als sie im Frühjahr 2019 gefragt wurde, ob sie zusammen mit einigen Mitschülern für zwei Wochen ins Ausland reisen möchte. Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern hat ihr und 6 weiteren Azubis ein Praktikum in Rumänien ermöglicht. Zielort der Reise waren die Karpaten, eine etwa 1.500 km lange Gebirgskette von Tschechien bis nach Rumänien. © X Ann-Sophie Horstmann Der Trupp mit vielen rumänischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen. Die zukünftigen Forstwirte haben in den Karpaten das erste Mal im Hochgebirge gearbeitet und waren dabei in scheinbar unberührten Natur mit anderen geografischen und geologischen Gegebenheiten. © X Ann-Sophie Horstmann © X Ann-Sophie Horstmann Was gab's zu tun? Eine der Aufgaben war die Jungwuchspflege mit Hacke und Machete – stehen bleiben sollten nur Rotbuche, Ahorn, Eiche und Obstbäume. Die Azubis lernten neue Arbeitsmethoden und neues Werkzeug kennen. Oft wurde auch mit Pferden gearbeitet. Mehr als die Hälfte des Gebietes liegt dabei in Rumänien und ist von Fichtenwäldern bedeckt. Hier leben viele Tierarten, die in Europa selten sind, wie zum Beispiel Braunbären, Wölfe oder Luchse. © X Ann-Sophie Horstmann In weiter Ferne kann man den Bär erahnen. © X Ann-Sophie Horstmann Große Aufregung! Die Bärentatze ist größer als Ann-Sophies Hand. Nach Rumänien wurde zum dritten Mal ein Austausch organisiert, deshalb gab es eine gute Begleitung und Unterstützung durch die Partnerschule vor Ort. So konnte auch diese schöne Unterkunft organisiert werden. © X Ann-Sophie Horstmann Anne-Sophies wichtigste Erfahrung? Die wichtigste Erfahrung war es, zu sehen, wie in anderen Ländern gearbeitet wird und was es für Unterschiede zwischen Rumänien und Deutschland gibt, sowie die Kultur dort kennenzulernen. Finanzierung und Organisation Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Organisation Das Stipendium und der Praktikumsplatz wurden über die Deutsch-Ungarische Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern vermittelt. Zur Deutsch-Ungarischen Gesellschaft Icon doppelter Pfeil 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Viktoria in Südafrika
[…] Viktoria in Kapstadt Viktoria begab sich in ihrem 3. Ausbildungsjahr im Mai 2018 für ein vierwöchiges Praktikum nach Südafrika. Die angehende Kauffrau für Speditions-und Logistikdienstleistungen wurde herzlich in der Niederlassung ihres Ausbildungsbetriebes Dachser SE aufgenommen. Hier berichtet sie von ihren spannenden Erfahrungen in Kapstadt und was sie bewegt hat, ein Praktikum im Ausland zu machen. © X Viktoria Quickenstedt Fernweh und Reisefreude Ich bin reisefreudig – immer schon gewesen. Nicht umsonst mache ich die Ausbildung zur Kauffrau für Speditions-und Logistikdienstleistungen und gerade eine Zusatzausbildung zur Kauffrau für internationale Geschäftstätigkeiten. Das hat auch mit Reisen und mit „unterwegs sein“ zu tun. Während des Praktikums wollte ich deshalb gern Auslandserfahrung sammeln. Unsere Firma Dachser SE arbeitet international und hat eine Zweitniederlassung in Südafrika. Da mein Ausbildungsbetrieb hier in der Nähe in Berlin die Sparte Landverkehr abdeckt, habe ich mich für eine internationale Niederlassung entschieden, die die Sparten Luft-und Seefracht bedient. Beruflicher und persönlicher Austausch Ich durfte einen ganzen Tag lang mit einem Firmen-LKW mitfahren, der Kunden in ganz Kapstadt mit Maschinenteilen und anderer Fracht beliefert hat. Der Fahrer hat mir alles genau gezeigt und erklärt und mir auch aus der schwierigen Apartheid-Vergangenheit berichtet. Das hat mich sehr berührt. Einige meiner Kollegen wohnten auch in Townships. Sie haben erzählt, wie schwer es ist, dort zu leben und seine Sachen in so beengten Verhältnissen in Ordnung zu halten. © X Viktoria Quickenstedt Unterwegs im Firmen-LKW. Ein weiterer Grund für meine Entscheidung für Südafrika: Viele sagen, dass wenn man einmal in Afrika gewesen ist, vom „Afrika-Virus“ befallen ist und immer wieder hierhin zurückkehrt. Für mich stimmt es auf jeden Fall. Ich habe im Alter von 8 bis 10 Jahren mit meinen Eltern drei Jahre lang in Nigeria gelebt, weil mein Vater dort arbeitet. Auch in Südafrika waren wir schon mit der Familie. Ich wollte gern noch mal dorthin – aber nicht als Touristin. © X Viktoria Quickenstedt © X Viktoria Quickenstedt Es war sonnig und kälter als in Deutschland. Auf der anderen Seite der Erdhalbkugel war gerade Winter, während es bei uns es in diesem Jahr schon sehr früh warm war. Das erwartet man nicht, wenn man nach Südafrika fliegt. Nach einer Einweisung und Rundführung durch die Niederlassung habe ich einen Tag lang Zeit zum Kofferauspacken und Erkunden der Umgebung bekommen. © X Viktoria Quickenstedt Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kapstadt waren bunt gemischt: Dunkelhäutig und hellhäutig, Englisch, Xhosa, die Sprache eines südafrikanischen Volkes, und Afrikaans sprechend, was auf die Sprache der ehemaligen holländischen Kolonialmacht zurückgeht. Alle waren direkt sehr herzlich zu mir – und neugierig auf eine Europäerin. Sie wollten wissen, wie ich lebe, viel über meine Familie, wie es im deutschen Dachser abläuft, die Dimensionen von Dachser in Europa… So oft kommt es dort auch nicht vor, dass jemand aus dem fernen Europa zum Arbeiten kommt. Ich habe jeweils drei bis 4 Tage in einer der Abteilungen Seefrachtimport/- export, Luftfrachtimport/-export, Zollabwicklungen, Nahverkehr, Warehouse, Verkauf und Abrechnung/Buchhaltung mit gearbeitet und einen groben Einblick über die jeweiligen Aufgaben gewonnen. Der Niederlassungsleiter hat mir sogar angeboten, jeder Zeit wiederzukommen und für Dachser Kapstadt zu arbeiten." © X Viktoria Quickenstedt Mithilfe des Niederlassungsleiters in Kapstadt habe ich über Air B’nB ein kleines Appartement mit Küche mitten in der Innenstadt von Kapstadt gefunden – in einem sicheren Viertel. Freizeit ist zum Entdecken da In meiner Freizeit habe ich die lebendige Stadt und das schöne umliegende Land genossen. Am Wochenende war ich beispielsweise mit einigen Kollegen an der Waterfront, die ganz bei mir in der Nähe war. Das ist eine Shopping Mall mit vielen Restaurants im restaurierten Werft- und Hafenviertel. Wir sind auch auf den Lion’s Head gewandert und haben den tollen Ausblick auf die Stadt und den Tafelberg genossen. Es gibt dort so viel zu sehen… © X Viktoria Quickenstedt Pinguine am Strand von Kapstadt. © X Viktoria Quickenstedt Aufnahme von einem Haus in Kapstadt © X Viktoria Quickenstedt Die Strände sind gigantisch lang und ich habe Surfer beobachtet, die in den Wellen tanzten. Ich nahm auch an einer Township-Tour teil, weil ich nicht nur die schönen Fassetten des Landes sehen wollte, sondern auch die Schattenseiten. Was bleibt zum Schluss? Ich habe viel Unterstützung bei der Umsetzung des Praktikums erfahren. Bei uns in der Firma werden Praktika in anderen Ländern gefördert – allerdings eher in Europa. Es war schon etwas Besonderes, nach Übersee zu gehen. Meine Ausbilderin Franziska Kwast hat mir dabei geholfen, die Zuständigen bei uns zu überzeugen. Dann war es kein Problem mehr. Für die Planung sollte man schon ein bis zwei Monate rechnen, bevor man startet. Es ging dann relativ schnell, dass der Antrag für das Programm AusbildungWeltweit bewilligt wurde. Ich habe in jeder Hinsicht nur gute Erfahrungen gemacht. Beruflich habe ich gesehen, wie vielseitig die Speditionsbranche ist. Alles, was ich aus der Schule an Theorie von der See- und Luftfracht kenne, habe ich hier in der praktischen Umsetzung erlebt. Internationale Frachtdokumente kannte ich aus Büchern – hier konnte ich sie wirklich in Händen halten. Das ist auch für meine Prüfungen hilfreich. Und der Kontakt zu zwei neuen Freunden ist auch etwas, das bleibt: Mit meinen Kollegen Adenisha und Jermaine tausche ich mich immer noch wöchentlich per E-Mail aus. Wer hat das Projekt gefördert? AusbildungWeltweit Das Förderprogramm unterstützt dich bei deinem Auslandspraktikum während der Ausbildung. Gefördert werden Aufenthalte in allen Ländern, die nicht am Erasmus+ Programm teilnehmen, und mit einer Dauer von 3 Wochen bis 3 Monaten. Zu AusbildungWeltweit Icon doppelter Pfeil …
Hong-Lena in Österreich
[…] Hong-Lena in Österreich Als Hong-Lena mit ihrem Koffer in Wien landete, ahnte sie noch nicht, dass sie vier Wochen später ernsthaft über eine Verlängerung nachdenken würde. Zwischen prunkvollen Fassaden, einer geheimen Fluchttreppe im Parlament und der entspannten Wiener Arbeitsmoral fand sie weit mehr als nur berufliche Herausforderungen. © X Hong-Lena Nguyen Die Kauffrau für Büromanagement Hong-Lena verbrachte vier Wochen in Wien. Angetrieben von ihrer Neugier und dem Wunsch nach persönlichem und beruflichem Wachstum, stürzte sie sich ohne Vorbehalte in dieses Abenteuer. Ihr Erasmus+ gefördertes Praktikum bot ihr nicht nur spannende berufliche Herausforderungen in einer entspannten Arbeitsatmosphäre, sondern auch tiefe Einblicke in die reiche Kultur Wiens. Durch ein Auslandspraktikum wollte ich meinen persönlichen und fachlichen Horizont erweitern sowie meine erlernten Fähigkeiten weiterentwickeln und unter Beweis stellen. Mich begeisterten vor allem die Vielfalt und die breit gefächerten Aufgabengebiete. Die Organisation, die Verantwortung im Hintergrund und der Kontakt mit Menschen waren sehr spannend und abwechslungsreich. Darüber hinaus reizte mich an einem externen Einsatz das Kennenlernen einer neuen Unternehmenskultur und der Austausch im unternehmerischen Denken und Handeln. Mein Auslandspraktikum startete mit einem herzlichen Empfang in Wien. Die Partnerorganisation organisierte einen Minibus vom Flughafen zu meiner WG. Dort traf ich auf liebe Mitbewohner und Mitbewohnerinnen. Für mich war es eine neue Erfahrung, mit Fremden zusammenzuleben. Es ermöglichte mir, meine sozialen Fähigkeiten zu stärken. Außerdem bot mir die Unterkunft einen komfortablen Rückzugsort nach einem ereignisreichen Arbeitstag. Für Erkundungen im schönen Wien war sie der perfekte Ausgangspunkt. Die Wohngemeinschaft ermöglichte es mir, mich in Wien schnell einzuleben. Auch die neuen Kollegen nahmen mich herzlich auf und boten mir Unterstützung und Hilfestellung an. Ich fühlte mich in meinem neuen beruflichen Umfeld willkommen und integriert. Die offene und freundliche Atmosphäre am Arbeitsplatz trug dazu bei, dass ich mich schnell wohl und akzeptiert fühlte. © X Hong-Lena Nguyen „Ehrlich gesagt, habe ich während des Praktikums mein Zuhause überhaupt nicht vermisst. Im Gegenteil, ich habe mich so wohl gefühlt, dass ich ernsthaft darüber nachdachte, die Praktikumszeit zu verlängern." © X Hong-Lena Nguyen Das Österreicher Parlamentsgebäude in Wien ist nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch ein architektonisches Juwel. Lustigerweise hat es eine geheime Fluchttreppe, die Politiker einst benutzten, um sich diskret aus brenzligen Situationen davonzumachen. © X Hong-Lena Nguyen Work-Life-Balance... Mein Arbeitsalltag in Österreich war durchweg positiv und erfüllend. Ich hatte das große Glück, in einem Betrieb zu arbeiten, der mich von Anfang an in die Projekte einband und mir anspruchsvolle Aufgaben übertrug, die ich auf meine eigene kreative Art und Weise lösen konnte. Immer wenn Fragen aufkamen, bekam ich sofort Unterstützung, was mir ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit vermittelte. Besonders bereichernd war die Teilnahme an Meetings. Dort erhielt ich nicht nur Einblicke in verschiedene Aspekte des Unternehmens, sondern konnte auch meine eigenen Ideen und Perspektiven einbringen. Die offene Kommunikation und die Möglichkeit, an Entscheidungsprozessen teilzunehmen, schufen eine positive Arbeitsatmosphäre , die meine Motivation und mein Engagement noch weiter steigerten. Der flexible Arbeitszeitrahmen war ein weiterer Pluspunkt. Ich konnte um 9 Uhr morgens beginnen und meistens zwischen 15 und 16 Uhr meinen Arbeitstag beenden. Diese Flexibilität half mir, eine ausgewogene Work-Life-Balance zu wahren. So konnte ich effizient arbeiten und gleichzeitig meinen persönlichen Interessen und Aktivitäten nachgehen. ...und Arbeits-Alltag Mein Arbeitsalltag war von einer gelungenen Mischung aus eigenverantwortlichem Arbeiten, kollegialer Unterstützung und inspirierenden Team-Meetings geprägt. © X Hong-Lena Nguyen Die Spanische Hofreitschule in Wien. Hier erlebst du die faszinierende Schönheit und Anmut der berühmten Lipizzanerhengste in atemberaubenden Dressurshows. Ein absolutes Muss für Pferde-Fans und Kulturbegeisterte! © X Hong-Lena Nguyen Wiener Köstlichkeiten Die Arbeitsatmosphäre in Wien unterschied sich deutlich von der in Deutschland, und ich empfand sie als äußerst entspannt und angenehm. Die Menschen dort waren gelassen, nahmen sich Zeit für Pausen und nahmen sich selbst nicht allzu ernst. Diese Lockerheit spiegelte sich nicht nur in der allgemeinen Stimmung wider, sondern auch in der Art und Weise, wie die Arbeit erledigt wurde. Während meiner Zeit in Wien schätzte ich besonders die Wertschätzung für Auszeiten und die Betonung eines ausgewogenen Lebensstils am Arbeitsplatz. Meine Kollegen zeigten nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch eine soziale Verbundenheit, die zu einem harmonischen Arbeitsumfeld beitrug. Es war erfrischend zu erleben, wie die Menschen in Wien eine gesunde Balance zwischen Professionalität und einer entspannten Einstellung zur Arbeit gefunden hatten. Ein besonders aufregender Moment... ...war eine spontane Begegnung auf einer Wiese, als ich alleine ein Buch las. Eine Fremde sprach mich an und lud mich spontan zu einem Festival ein, da ihre Freundin dort tanzen würde. Diese unerwartete Einladung führte zu einem unvergesslichen Erlebnis, bei dem ich die Energie und Kreativität der Stadt auf dem Festival erlebte und eine neue Bekanntschaft schloss, die das kulturelle Leben Wiens auf besondere Weise widerspiegelte. Diese Begegnung zeigte mir, wie spontane Entscheidungen und neue Kontakte eine Stadt in ihrer vollen Lebendigkeit und Vielfalt erlebbar machen. Es war ein Moment der Offenheit und des Abenteuers, der mein Wien-Erlebnis noch reicher und aufregender gestaltete. Die Erfahrung, alleine auf eigenen Beinen zu stehen und das Leben in einer Wohngemeinschaft mit Fremden zu meistern, stärkte meine Selbstständigkeit und Anpassungsfähigkeit enorm. Die Herausforderungen des Alleinseins zeigten mir, dass ich in der Lage bin, mich selbst zu organisieren und mit neuen Situationen umzugehen. Das Alleinsein verdeutlichte mir zudem, dass ich mein eigenes Leben führen und mit mir selbst in Frieden sein konnte. Die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein, die ich während meines Aufenthalts in Wien entwickelte, sind für mich persönlich wertvolle Erkenntnisse, die weit über die berufliche Komponente hinausgehen. Diese Erfahrungen beeinflussten meine Persönlichkeitsentwicklung positiv und zeigten mir, dass ich auch in neuen Umgebungen und Situationen wachsen und gedeihen kann. Mein Fazit? Für junge Erwachsene, die mit dem Gedanken spielen, ins Ausland zu gehen, kann ich nur sagen: Macht es! Es ist eine unglaublich bereichernde Reise, die nicht nur eure beruflichen Fähigkeiten, sondern auch eure persönliche Entwicklung auf beeindruckende Weise fördern kann. Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil …
Anastassia & Dennis in Nordmazedonien
[…] Wie geht Umweltschutz in Nordmazedonien? Anastassia und Dennis waren während ihrer Ausbildung als Umweltschutztechnische Assistenten einen Monat in Nordmazedonien. Die beiden Auszubildenden wurden am Hydrobiologischen Institut in Ohrid herzlich empfangen und durften auch gleich mithelfen. © X Anastassia Zverko Anastassia Wir haben mitgearbeitet, nicht nur zugeschaut: Da standen wir mitten in der schönen Altstadt von Ohrid und haben die Bürger über die Wasserqualität informiert. Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem die Probenentnahme am tiefblauen, uralten Ohrid-See und die anschließende Untersuchung im Mikrobiologie-Labor. Die Kontrolle und Untersuchung der Wasserqualität ist besonders wichtig, denn nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt ist auf das Wasser des Sees angewiesen, auch die Menschen im angrenzenden Örtchen Ohrid könnten ohne Trinkwasser dort nicht leben. © X Anastassia Zverko Prof. Dr. Sasha Trajanov, Leiter des Instituts Auch für uns vom Institut ist der Austausch eine gute Gelegenheit, unser Wissen und unsere praktischen Erfahrungen zum Thema Umweltschutz an junge Leute weiterzugeben, auch über die europäischen Grenzen hinweg. Dennis war ein Jahr nach Anastassia in Ohrid und arbeitete im Galičica-Nationalpark. Er half dort beim Aufbau einer Biodiversitäts-Datenbank für alle Arten des 22.000 Hektar großen Nationalparks, die noch heute genutzt wird. Zuvor wurde alles noch auf Papier ausgedruckt. Außerdem konnte er als Teil eines Teams an Expeditionen in den Nationalpark teilnehmen und miterleben, was für den Schutz der seltenen Pflanzenart getan wird, die als „Ohrid-Tee“ bekannt ist. © X Dennis Chafisow Dennis Jetzt weiß ich sicher, dass ich meinen Traum vom Leben und Arbeiten im Ausland wahr machen möchte. Und dass ich es kann. Anastassia und Dennis wollen sich nach ihrer positiven Auslandserfahrung auch weiter aktiv für eine bessere Umwelt einsetzen. Anastassia studiert inzwischen Biologie und Dennis Maschinenbau, Umwelt- und Verfahrenstechnik. Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Text: Christina Budde, im Auftrag der NA beim BIBB. …
Cécile in Kanada
[…] Cécile in British Columbia Sie überzeugte als Steinmetzin in Kanada Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Steinmetzin ging Cécile für sechs Monate nach Kanada. In der im Westen gelegenen Provinz British Columbia arbeitete sie hauptsächlich in Vancouver, Whistler und Squamish. Mit Fotos und selbst gezeichneten Skizzen dokumentierte sie ihren Aufenthalt. Nachdem sie Jetlag und Akklimatisierung erfolgreich gemeistert hatte, integrierte sie sich schnell in ihr neues Team und in die neue Arbeitsumgebung. Teilweise mit schwerem Gerät, teilweise mit noch schwereren Arbeitsmitteln unterstützte sie ihr Team tatkräftig und fand sich in der kanadischen Kultur schnell zurecht. Neben Arbeiten, die ihr teilweise neu waren, nahm Cécile viele spannende Freizeitaktivitäten wahr. © X Cécile Verry © X Cécile Verry Peters Viersitzer. Wir flogen über den Ozean, über Whistler und Squamish. Eine unvergessliche Tour. © X Cécile Verry Das Steinmetzhandwerk ist ein vielfältiges Feld „Ich bin in der Lage Sandsteinobjekte zu restaurieren, die durch die Witterung entstehende Veränderungen zu erkennen und durch möglichst bescheidene Eingriffen zu bremsen. Das Praktikum in Kanada bot mir eine Weiterbildungsmöglichkeit für zeitgenössische Anwendungen, wie zum Beispiel von Naturstein in seiner gewachsenen Form (Bruchsteine und Flusssteine) und deren Planung. Der gesamte Steinfußboden muss hydrophobiert werden. Das bedeutet, dass die Platten später kein Wasser aufnehmen, und dieses stattdessen abperlt. Platte für Platte wird hierbei in allen Räumen im und um das Haus bestrichen, aneinandergesetzt und verfugt.“ © X Cécile Verry Aus neun Stunden Zeitverschiebung wurden aktive Nächte. In den ersten Tagen galt es, ein Auto zu finden, es in ein einigermaßen bequemes Zuhause umzuwandeln und die Gegend bis zum ersten Arbeitstag zu genießen. © X Cécile Verry Eine Zeichnung von Cécile zur Planung eines Whirlpools: „Es hat sich wie ein lebensgroßes Spiel mit eigenartigen Regeln angefühlt." Ihre erste Auslandserfahrungen sammelte Cécile bereits während der Ausbildung in Carrara, Italien in einem 3-monatigen Gruppenpraktikum. Das Weiterbildungsprojekt zur Marmorbearbeitung wurde mit Erasmus+ finanziert und von der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade organisiert. Den Kontakt zur Deutsch Kanadischen Gesellschaft, die ein Weiterbildungspraktikum für Steinmetze anbot, stellte die Kammer für Cécile, nach ihrer Ausbildung her. Sie bewarb sich umgehend - mit Erfolg! Cécile wurde von der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft e. V. (DKG) als junge Fachkraft in ein Weiterbildungspraktikum vermittelt. Die kanadische Regierung ermöglicht solche Aufenthalte im Rahmen des Austauschprogramms: International Experience Canada (IEC). © X Cécile Verry Das Verlegen der Steinplatten auf der Baustelle auf der Alta Lake Road gleichte einem Puzzle. © X Cécile Verry Jede Kletterpartie wird am Ende mit einem Ausblick belohnt, der seinesgleichen sucht. „Welcher Kletterer hat nicht schon mal von Squamish gehört? Vom kleinen Boulder zum die Stadt überragenden Stawamus Chief, habe ich mir einige sportliche Herausforderungen vorgenommen. Die Kletterpassagen Bellygood Ledge, Moonwatcher oder Traverse of the gods werde ich sicherlich niemals vergessen, auch wenn sich inzwischen neue Haut auf meinen Fingerspitzen gebildet hat." Tipps für deine Planung: …