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Mareike in Vietnam
[…] Mareike in Vietnam Wie läuft Sprachförderung in der vietnamesischen Kita? Freitag, Samstag, Sonntag…“, konzentriert zählt ein kleines Mädchen im Morgenkreis eines Kindergartens die Wochentage auf, um dann strahlend zu verkünden: „Montag! Montag kommt nach Sonntag!“ Die angehende Erzieherin Mareike Marx verfolgt die Sprachübung interessiert. Denn Deutsch ist nicht für alle Kinder der Gruppe Muttersprache, der Kindergarten befindet sich in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam. © X Mareike Marx Mareike Marx macht dort ein Praktikum. Sie ist begeistert, als sie während ihrer Ausbildung an der Fachschule erfährt, dass sie einen Teil der Ausbildung im Ausland machen kann, gefördert von Erasmus+. Sofort schreibt sie Bewerbungen an Kindergärten in Europa und erhält: Absagen. Der Grund: Im Juli 2023, in dem sie mit dem Anerkennungsjahr auch ihr Praktikum starten will, beginnen in ganz Europa die Sommerferien. Sie fragt ihre Lehrerin, ob ein Praktikum auch außerhalb Europas möglich wäre. Bald ist klar: Auch das geht während der Ausbildung und gefördert werden durch Erasmus+ kann es auch! Wieder schreibt sie Bewerbungen und diesmal bekommt sie vier Zusagen, unter anderem aus Peru und Vietnam. Sie entscheidet sich für die Internationale Deutsche Schule (IGS) in Ho Chi Minh Stadt in Vietnam, an die auch ein Kindergarten angegliedert ist. Ihre Ansprechpartnerin an der IGS hilft ihr bei der Wohnungssuche holt sie auch vom Flughafen ab, zeigt ihr, wo sie einkaufen kann und den Weg zur IGS. Mareike Ich war vorher noch nie in Asien, es hat mich interessiert, die Kultur kennenzulernen. Mareike Wie traurig, dass kaum einer weiß, dass es diese Möglichkeit gibt. 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil Deutsch-Unterricht zur Vorbereitung auf den Schulbesuch „Besonders viel habe ich über Sprachförderung gelernt“, freut sich die Auszubildende. Diese steht im Mittelpunkt des Tagesprogramms in der Vorschulgruppe, in der sie eingesetzt ist. „Ziel ist es, Deutsch zu lernen“, erklärt sie. „Kinder kommen in die Gruppe und können nur Vietnamesisch, vielleicht noch etwas Englisch und müssen auf einmal wissen, wie man zum Beispiel auf Deutsch nach einem Glas fragt.“ Ohne Deutschkenntnisse könnten die Kinder dem Unterricht an der IGS Grundschule nicht folgen, die sie zukünftig besuchen sollen. „Es gibt oft Einzelbetreuung, man setzt sich zusammen und übt mit vielen Wiederholungen“, ergänzt Mareike. Dabei werden sogenannte Kikus-Karten genutzt, Bildkarten zu Themen der kindlichen Erfahrungswelt, etwa zur Familie. Die Karten können auch spielerisch eingesetzt werden. „Über die Bilder kommt man immer gut ins Gespräch“, berichtet sie. Die vietnamesischen Eltern, so die Auszubildende, „wollen den Kindern eine bessere Möglichkeit fürs Leben geben, damit sie mit dem deutschen Abschluss in Europa studieren können.“ In der Gruppe sind aber auch Kinder, deren deutsche Eltern in Vietnam arbeiten und deren Kinder „mit der deutschen Kultur aufwachsen, zum Beispiel die deutschen Feiertage kennenlernen sollen“, ergänzt sie. © X Mareike Marx Im Gegensatz zu deutschen Kindergärten spielen die Kinder in Ho Chi Minh Stadt nicht oft draußen. „Der Smog ist an den meisten Tagen zu stark“, berichtet die Auszubildende. Zudem ist Regenzeit in Vietnam. Dennoch gefällt Mareike das Land sehr, insbesondere die Menschen seien sehr freundlich. Erasmus+ Mareikes Praktikum wurde mit Erasmus+ Berufsbildung gefördert. Als europäisches Programm unterstützt Erasmus+ in erster Linie Praktika in der EU sowie den Programmländern. Seit 2021 können in begrenztem Maß Aufenthalte außerhalb Europas gefördert werden. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Freizeit In ihrer freien Zeit erkundet sie die Stadt und das umliegende Land. Vietnam, so betont sie, sei sehr sicher für allein reisende Frauen. © X Mareike Marx © X Mareike Marx Der Aussichtspunkt am Hang Mua Berg bei Tam Coc bietet einen Rund-um-Blick. © X Mareike Marx © X Mareike Marx UNESCO Weltkulturstätte: Die Fujian Assembly Hall in Hoi An. © X Mareike Marx Lernen durch den Vergleich mit Kitas im Ausland © X Mareike Marx Mareike sieht deutliche Bezüge ihres Praktikums in Ho Chi Minh Stadt zu ihrer jetzigen Arbeit im Anerkennungsjahr an der OGS einer Grundschule in der Kleinstadt St. Augustin bei Bonn. „In meiner Gruppe hier sind Kinder aus dem Irak, dem Iran, der Ukraine, aus Griechenland“, so die Auszubildende. Zwar könnten sich die Kinder bereits auf Deutsch verständigen, erklärt sie. Einbringen könne sie aber ihre Erfahrungen aus Vietnam dennoch. Sie habe gelernt, noch einfühlsamer zu sein, sich mehr Zeit mit einzelnen Kindern zu nehmen und viel zu wiederholen. „Es gab kaum Konflikte in der Gruppe in Vietnam, das ist hier anders“, meint Mareike. Vielleicht habe es an den Sprachbarrieren gelegen, überlegt sie, oder daran, dass vietnamesische Kinder dazu erzogen würden, strebsam zu sein. Seitdem die angehende Erzieherin herausgefunden hat, dass sie bis zu einem Jahr nach Abschluss der Ausbildung ein weiteres gefördertes Praktikum machen kann, schreibt sie wieder Bewerbungen. Mareike Ich will noch ein dreimonatiges Praktikum in Europa machen. Zu vergleichen, finde ich spannend und die Arbeit mit ausländischen Kindern wird in der heutigen Zeit mit Krieg und vielen Flüchtlingen weiter wichtig sein. Der Artikel erschien im Journal Bildung für Europa – Nr. 2024/39 der NA beim BIBB. Text: Julia Göhring, freie Journalistin, im Auftrag der NA beim BIBB. Fotos: Mareike Marx. …
Lara-Fabienne in Südtirol
[…] Lara-Fabienne in Südtirol Was will ich und was schaffe ich? Studium oder Ausbildung? Lara-Fabienne hat ihren Traumberuf gefunden. Als Bäckergesellin und Konditorin erfüllt sie zu sehen, wie die Kunden und Kundinnen ihre Produkte und ihre Arbeit schätzen. Nach ihrer Ausbildung wollte Lara-Fabienne ihre Komfortzone verlassen. Über den Tellerrand schauen, Inspiration bekommen, auch mal woanders arbeiten – das verspricht sich die Bäckerin und Konditorin bei ihrem Auslandspraktikum in einer renommierten Konditorei in Bruneck, Italien. Mit Abspielen des Videos erfolgt eine Datenübertragung an YouTube (siehe Datenschutz ). Bitte akzeptiere externe Medieninhalte in den Cookie-Einstellungen, um Videos anzusehen. Cookie-Einstellungen öffnen Dauer: 13:15 Minuten | © ZDF 37 Grad 2022 Der Bericht erschien bei 37 Grad im ZDF. Gefördert wurde der Aufenthalt von Erasmus+ und organisiert mithilfe des Beratungsnetzwerks Berufsbildung ohne Grenzen. ZDF 37 Grad Icon doppelter Pfeil Erasmus+ Berufsbildung Beratungsnetzwerk Berufsbildung ohne Grenzen …
Sebastian in Peru
[…] Kaffeeverkostung in Peru © X Sebastian Gabriel Sebastian Nach meiner Ausbildung zum Schifffahrtskaufmann ging es für mich mit dem Verein Ecoselva aus dem vertrauten Hamburg nach Südamerika. Genauer gesagt, wohne und lebe ich in Tingo María, im Bergregenwald Perus. Hier arbeite ich zurzeit im Rahmen meines weltwärts Freiwilligendienstes in einer bio-zertifizierten Kaffee- und Kakao-Kooperative. 1. Verständnis beim Ausbildungsbetrieb Bevor ich allerdings im Flugzeug saß, hatte ich viele Zweifel. Nach der Ausbildung bot sich mir ein spannender Berufseinstieg in eine interessante Branche an. Als ich mit meinem Ausbildungsbetrieb meine Gedanken teilte, erfuhr ich viel Unterstützung. Natürlich hätte der Betrieb sich eine weitere Zusammenarbeit gewünscht, aber meine Vorgesetzten konnten nachvollziehen, dass ein junger Mensch die Welt entdecken und Erfahrungen sammeln möchte. Außerdem vergeht ein Jahr wahnsinnig schnell und man kann weiterhin den Kontakt aufrechterhalten. Sebastian Wie soll man aber auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort sein, wenn schon mit meiner Ankunft die Ungleichheit kaum sichtbarer sein könnte? 2 Privilegien bewusst machen Die Entscheidung, mit weltwärts ein Jahr lang ein anderes Land zu erleben, in eine neue Kultur einzutauchen, andere Sichtweisen kennenzulernen und eine sinnvolle Aufgabe zu erledigen, ist mir dennoch nicht leicht gefallen. Besonders in den letzten Wochen vor dem Abflug war ich mir unsicher, ob das, was ich vorhabe, richtig ist. Ein Freiwilligendienst soll in erster Linie zu einem interkulturellen Austausch auf Augenhöhe führen. Wie soll man aber auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort sein, wenn schon mit meiner Ankunft die Ungleichheit kaum sichtbarer sein könnte: Rückflug-Ticket in der Tasche, Impfschutz und eine Krankenversicherung mit der ich mich in den besten Privatkrankenhäusern versorgen lassen kann. Aber auch wenn der Freiwilligendienst ein Ausdruck meiner Privilegien ist, wird dadurch auch sichtbar, dass jungen Menschen aus anderen (reicheren) Ländern globale Probleme nicht gleichgültig sind. Ich war mir sicher, dass ich durch meinen Aufenthalt vor Ort andere Denkweisen erleben, einen Wissensaustausch anregen und produktiv mit anpacken kann. Klar kann ich nicht die Welt retten, aber vielleicht ein kleines Stück verbessern. Außerdem finde ich es wichtig, dass man sich für die Probleme einer globalisierten, immer enger zusammenrückenden Welt sensibilisiert. Und wie kann man sowas am besten tun? Richtig: Sachen packen und losziehen! © X Sebastian Gabriel © X Sebastian Gabriel 3. Alternativen zum Koka-Anbau Nun geht es weiter nach Peru! Ich bin tätig in der Kooperative CAC Divisoria. Dies ist eine Genossenschaft, die 2001 von 109 Bauernfamilien im Kaffee- und Kakaoanbau gegründet wurde. Ziele des Zusammenschlusses waren die technische und organisatorische Unterstützung der einzelnen Bäuerinnen und Bauern sowie bessere Verkaufspreise. Dadurch sollten eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft in dieser Regenwaldregion gefördert und Alternativen zum Koka-Anbau geschaffen werden. Heute betreut die gemeinnützige Kooperative mehr als 400 Familien in drei verschiedenen Anbau-Regionen und organisiert zum Beispiel Fortbildungen, prüft die Qualität der Produkte und vermarktet diese in Deutschland, Kanada und in den USA. © X Sebastian Gabriel Laborchefin Ana zeigt mir das Selektieren von Kaffeebohnen, die im Anschluss zu hochwertiger Schokolade verarbeitet werden. © X Sebastian Gabriel © X Sebastian Gabriel 4. 800 verschiedene Aromen Ich war bisher hauptsächlich in der Qualitätskontrolle eingesetzt. Hier geht es darum, den Kaffee zu verkosten, also geschmacklich einzustufen und qualitativ zu bewerten, zu rösten, zu mahlen und zu verpacken. Die degustación de café (Kaffee-Verkostung) kann man sich wie eine Weinverkostung vorstellen. Man schlürft und riecht sich durch unzählige Aromen in ganz verschiedenen Kombinationen. Die Kaffees erinnern an tropische Früchte, Honig, Minze, Erdnüsse oder Blumen. Manche Aromen kommen erst zum Vorschein, wenn der Kaffee abkühlt oder sind nur über den Geruch wahrnehmbar. Während sich Wein aus circa 400 verschiedenen Aromen zusammensetzt, sind es bei Kaffee sogar mehr als 800. Kaffee ist damit eines der komplexesten Naturprodukte überhaupt. Am Anfang fiel mir die Verkostung schwer, aber man kann seine Geschmacks- und Geruchsnerven sensibilisieren. Mittlerweile kann ich einen guten von einem mittelmäßigen Kaffee unterscheiden und schmecke einige Nuancen heraus. Demnächst werde ich öfter zu den Fincas (Höfen) der Kaffeebauern fahren und mich über Anbaumethoden und Pflanzenpflege austauschen. Die ersten Kaffeekirschen sind bereits reif und werden geerntet. Darauf freue ich mich schon sehr. © X Sebastian Gabriel Kaffeebauer Paco zeigt mir seine Kaffeefarm mit den ersten reifen Kaffeekirschen im Hochregenwald Perus. © X Sebastian Gabriel Hier präsentiere ich die Produkte der Kooperative bei der Expoalimentaria in Lima. Besondere Highlights waren für mich die Messen, bei denen neben unserer Kooperative eine Vielzahl von Kaffee- und Kakaoorganisationen aus ehemaligen Koka-Anbaugebieten ihre Produkte ausstellten. Hier konnte ich helfen, unsere Produkte zu promoten und Verkaufskontakte mit internationalen Kunden zu knüpfen. Ihr merkt, bisher bin ich sehr beschäftigt, es ist eine aufregende Zeit. Ich habe viel über Kaffee und Kakao, über die Menschen vor Ort, deren Kultur und auch über mich selbst gelernt. Ob es ein Vorteil ist, dass ich bereits eine Ausbildung abgeschlossen habe, weiß ich nicht. Man kann sich bewusst auf ein Projekt bewerben, in dem man seine bereits erworbenen Fachkenntnisse vertiefen, verbessern und vor allem zur Weiterentwicklung des Projektes anwenden kann. Auf der anderen Seite ist man andere Strukturen und Abläufe gewöhnt und hat dadurch eventuell Schwierigkeiten sich anzupassen. Aber das sind Erfahrungen, an denen man persönlich reift. © X Sebastian Gabriel Die Röstung ist entscheidend für die Qualität des Kaffees. © X Sebastian Gabriel 5. Eine unerwartete Entscheidung Was nehme ich aus dem Freiwilligendienst für mich mit? Sicherlich eine neue Leidenschaft: Kaffee. Ich habe eine unerwartete Entscheidung getroffen: Nach dem Freiwilligendienst soll es beruflich in dieser Branche für mich weitergehen. Vermutlich geht es in den Rohkaffeehandel, genauer in den fairen Handel, da mir das soziale Engagement, die Anerkennung der harten Arbeit der „Cafeteros“ und der Erhalt dieser einzigartigen Flora und Fauna besonders am Herzen liegen. Ich kann allen Interessierten weltwärts nur empfehlen. Mein Tipp: Versucht mit möglichst wenigen Erwartungen in dieses aufregende Jahr zu gehen und euch von den vielen neuen Eindrücken treiben zu lassen. Es sind wahnsinnig tolle Erfahrungen, die einen prägen und schöne Momente, die einen ein ganzes Leben begleiten werden. Vielleicht entdeckt ihr auch, wie ich, eine neue Leidenschaft. Solltet ihr euch für einen Freiwilligendienst entscheiden, wünsche ich euch ein farbenfrohes Jahr und viel Erfolg! Muchos saludos desde Peru, Sebastian weltwärts weltwärts ist der Freiwilligendienst im Ausland für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren (in bestimmten Fällen bis 35). Menschen aus Deutschland, Asien, Afrika, Lateinamerika, Ozeanien und Osteuropa engagieren sich entwicklungspolitisch in einem Projekt vor Ort für Bildung, Umwelt und viele weitere Themen. Zum weltwärts Freiwilligendienst Icon doppelter Pfeil Ecoselva e.V. Sebastian wurde vom Verein Ecoselva entsendet. Das Ziel des Vereins ist es, den tropischen Regenwald in Lateinamerika als gemeinsames Erbe der Menschheit zu schützen. Mit der Entsendung von Freiwilligen im weltwärts-Programm werden die Partnerorganisationen bei der Erreichung ihrer ökologischen Ziele unterstützt. Zur Profilseite von Ecoselva e.V. Icon doppelter Pfeil 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Filbo in Uganda
[…] Filbo in Uganda Filbo ist ein junger Elektriker für Energie- und Gebäudetechnik aus Prüm. Im vergangenen Jahr war er gemeinsam mit dem Deutsch-Afrikanischen Jugendwerk und SES-Expert Wolfgang in einem Krankenhaus in Moroto, Uganda. Dort unterstützte er für drei Wochen das Team im technischen Bereich, das für die Instandhaltung der Elektronik verantwortlich ist. © X Filbo Frensch Filbo Team works! bietet eine einzigartige Möglichkeit, durch Fachwissen einen nachhaltigen Beitrag in der Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. In welchem Unternehmen hast du deine Hospitation absolviert? Was waren deine hauptsächlichen Tätigkeiten? Meine Hospitation habe ich im St. Kizito Hospital in Matany, Uganda, absolviert. Dieses Krankenhaus versorgt die Bevölkerung in der abgelegenen Region Karamojong und ist für seine medizinische Grundversorgung sowie seine einzige funktionierende Röntgeneinrichtung in der Umgebung bekannt. Im "Technischen Bereich" sind derzeit 3 Elektriker mit der Instandhaltung der Elektroinstallationen beschäftigt. Häufige Stromausfälle und logistische Schwierigkeiten bei der Ersatzteilbeschaffung aufgrund der Abgelegenheit stellen besondere Herausforderungen dar. © X Filbo Frensch Meine Hauptaufgaben lagen zusammen mit meinem Tandempartner bei der technischen Unterstützung/Beratung, der Dokumentation und Digitalisierung der Elektroinstallationen, der Einführung eines E-Check-Systems zur Sicherheitsprüfung, der Unterstützung bei der Fehlersuche sowie der Installation neuer elektrischer Anlagen, insbesondere in der neuen Station für Neugeborene (NICU). Mindestens genauso wichtig wie das Arbeiten an sich empfand ich den Austausch mit meinen Kolleg*innen, der während der Arbeit ganz beiläufig auf Augenhöhe stattfand. Die Arbeit miteinander war ungeheuer aufschlussreich und wir konnten viel voneinander lernen. © X Filbo Frensch Gemeinsam geht es am besten! © X Filbo Frensch Was hast du während deiner Hospitation gelernt, ob von deinen Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten, oder auch unabhängig davon? Und welche deiner Kenntnisse konntest du weitergeben? Ich habe während des Einsatzes die Bedeutung von Zusammenarbeit in herausfordernden Umfeldern schätzen gelernt. Besonders beeindruckend war die Ruhe und Professionalität, mit der die Kolleg*innen vor Ort auch in Krisensituationen wie Stromausfällen arbeiteten. Fachlich habe ich viel über die spezifischen Anforderungen eines Krankenhauses an die elektrische Infrastruktur gelernt – vor allem über die Bedeutung von Ausfallsicherheit, da ein Fehler hier Leben gefährden kann. Meine Kenntnisse aus dem Elektrohandwerk, insbesondere in der Durchführung von E-Checks und der Fehlersuche, konnte ich erfolgreich weitergeben. Durch einen neu mitgebrachten Installationstester besteht nun die Möglichkeit zur Installations- und Anlagenprüfung. © X Filbo Frensch Der neue Installationstester. Warum hast du dich für Team works! und das DAJW entschieden? Team works ! und das DAJW bieten eine einzigartige Möglichkeit, durch Fachwissen einen nachhaltigen Beitrag in der Entwicklungszusammenarbeit zu leisten. Ich schätze die Kombination aus persönlichem Lernen und der Chance, direkt vor Ort zu helfen. Besonders überzeugt hat mich das Ziel, durch kollegiales Arbeiten auf Augenhöhe voneinander zu lernen und Vorurteile abzubauen. Besonders freue ich mich, dass das DAJW im Nachgang Matthew, einem Kollegen, mit dem ich in Uganda zusammengearbeitet habe, die Chance gibt, eine Hospitation in Deutschland in meiner Firma zu absolvieren. Auf diesen Austausch und das fortgesetzte Voneinanderlernen freue ich mich schon sehr. Was hat dich am meisten überrascht? Die offene und herzliche Aufnahme durch das Team und die Bevölkerung hat mich tief beeindruckt. Ebenso überraschend war die Ruhe und Besonnenheit, mit der vor Ort schwierige Situationen gemeistert werden – wie bei mehrtägigen Stromausfällen, bei denen durch gezielte Entscheidungen die medizinische Versorgung dennoch gewährleistet werden konnte. © X Filbo Frensch Welche Vorteile haben sich durch das Tandem mit der Senior-Fachkraft ergeben? Durch die Zusammenarbeit mit Wolfgang, einer erfahrenen Führungskraft, konnten wir unsere unterschiedlichen Stärken ideal kombinieren: Während er sein Wissen in der Dokumentation und Ersatzteilbeschaffung einbrachte, konnte ich meine handwerklichen Fähigkeiten in der Elektroinstallation und Fehlersuche nutzen. Durch unsere sich ergänzenden Kompetenzen war ein effizienteres Arbeiten in verschiedenen Bereichen möglich. Was würdest du anderen jungen Menschen, die sich für einen berufsbezogenen Aufenthalt im Ausland interessieren, mit auf den Weg geben? Seid offen für neue Erfahrungen und bereit, euch anzupassen. Es ist wichtig, mit Respekt und Interesse auf die lokale Kultur einzugehen und auf Augenhöhe zu arbeiten. Gleichzeitig ist es eine unschätzbare Gelegenheit, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich zu wachsen. © X Filbo Frensch Ausflug ins Umland. © X Filbo Frensch Nenne uns drei Dinge oder Erfahrungen, die du aus deiner Hospitation mitnimmst: Kollegiales Zusammenarbeiten Icon Pfeil Ich fand das kollegiale Zusammenarbeiten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen sehr aufschlussreich. Durch diese Erfahrung kann ich mich im internationalen Kontext nun besser in mein Gegenüber hineinversetzen. Besonnenes Reagieren Icon Pfeil Während meines Austauschs habe ich gesehen, wie meine Kolleg*innen während ernsten Situationen wie einem tagelangen Stromausfall, bei dem das ganze Krankenhaus zuletzt nur noch von einem letzten Notstromgenerator versorgt wurde, ruhig und überlegt die beste Lösung gesucht und gefunden haben. Dabei wurden auch ungewöhnliche, aber effektive Methoden verwendet, auf die ich nicht gekommen wäre. Das besonnene, überlegte und keinesfalls panische Handeln während dieser potenziell für die Patient*innen lebensgefährlichen Situation, hat mich nachhaltig beeindruckt. Willkommen heißen Icon Pfeil Der offene und mich willkommen heißende Umgang der Menschen hier hat mich bewegt. Nach wenigen Tagen fühlte ich mich so gut aufgenommen, als wäre ich schon ewig dort. Die Möglichkeit, einen unverfälschten Eindruck in der Kultur und Gesellschaft zu erlangen, war für mich sehr intensiv und aufschlussreich. © X Filbo Frensch © X Filbo Frensch Gute Laune während der Arbeit. Was wirst du nie vergessen? Die vorbehaltlose und herzliche Aufnahme durch das Team sowie die beeindruckende Professionalität, mit der Herausforderungen gemeistert werden. Besonders bleibt mir auch die kulturelle Vielfalt des Landes in Erinnerung, die sich in den verschiedenen Sprachen, Traditionen und Lebensweisen widerspiegelt. Förderung und Organisation Deutsch-Afrikanisches Jugendwerk ( DAJW ) Mit Team works ! bilden junge und erfahrene Fachkräfte ein Tandem für nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit dem Senior Expert Service (SES) ermöglicht das DAJW Auszubildenden und jungen Berufstätigen 2,5 bis 6-wöchige Hospitationen auf dem afrikanischen Kontinent und in Deutschland. Weil das DAJW eingestellt wird, sind keine Bewerbungen mehr möglich. …
Nico in Ruanda
[…] Handwerk kommt von Hand. © X Nico Boronowski Nico ist ein junger Schreiner aus Kaarst. Im vergangenen Sommer war er mit Team works ! in Kigali, Ruanda. Dort unterstützte er als junge Fachkraft die Arbeit eines lokalen Unternehmens, das Holz verarbeitet. Hier könnt ihr von seinen Erfahrungen lesen, die nicht nur beruflicher Art waren, sondern sein Leben auch privat nachhaltig verändert haben! In welchem Unternehmen hast du deine Hospitation absolviert? Was waren deine hauptsächlichen Tätigkeiten? Ich habe meine Hospitation bei Kalka + Partner Woodworking absolviert. Meine Aufgaben waren: Fachwissen vermitteln, Arbeitssicherheit verbessern, Struktur in der Werkstatt schaffen und auf der ein oder anderen Baustelle mit anpacken. Was hast du während deiner Hospitation gelernt, ob von deinen Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten, oder auch unabhängig davon? Und welche deiner Kenntnisse konntest du weitergeben? Mich hat erstaunt, dass mit den einfachsten Werkzeugen unglaublich schöne und elegante Möbel gefertigt werden. In Deutschland setzt jede Tischlerei auf Hightech und die teuersten Maschinen, aber Ruanda hat mir wieder vor Augen geführt: Handwerk kommt von Hand. Man braucht nicht immer viel, um Kunstwerke zu erschaffen. Ich hoffe, ich konnte die Bereitschaft zur Ordnung in der Werkstatt und gewisse Arbeitssicherheitsmaßnahmen vermitteln. © X Nico Boronowski © X Nico Boronowski Handwerk kommt von Hand: Nico arbeitet an einer großen Flügeltür aus warmem Holz. © X Nico Boronowski Warum hast du dich für Team works! und das DAJW entschieden? Nach meiner Lehre als Tischler wollte ich unbedingt eines Tages ins Ausland und meine Fähigkeiten dort nutzen – mal raus aus Deutschland. Nach langem Recherchieren und Informieren bin ich auf das DAJW gestoßen. Ich fand, dass das Programm richtig spannend klang und mir die Möglichkeit gibt, meine Kenntnisse weiterzugeben und anderen zu helfen. Was hat dich am meisten überrascht? Ruanda ist ein sehr sauberes, friedliches und wunderschönes Land. Die Menschen sind unfassbar gastfreundlich und heißen einen immer willkommen. Aus unserer Sicht ist Ruanda ein Entwicklungsland, aber die Leute dort sind zufrieden mit dem, was sie haben. Sie sind glücklich und voller Freude. © X Nico Boronowski Ein Ausflug in die ruandische Landschaft. Welche Vorteile haben sich durch das Tandem mit der Senior-Fachkraft ergeben? Ein großer Vorteil war, dass ich jemanden an meiner Seite hatte, der viel Lebenserfahrung mitbrachte. Ich konnte einiges von der Senior-Fachkraft lernen mit Blick auf mein eigenes Leben. Außerdem ist es auch beruhigend, wenn man zu zweit ist. Es war für mich nämlich die erste Reise in ein afrikanisches Land. Was würdest du anderen jungen Menschen, die sich für einen berufsbezogenen Aufenthalt im Ausland interessieren, mit auf den Weg geben? © X Nico Boronowski Nico Auf jeden Fall machen! Keine Angst haben, einfach machen. Der Rest kommt von allein. Nenne uns drei Dinge oder Erfahrungen, die du aus deiner Hospitation mitnimmst: Tatsächlich habe ich auf der Reise meine Ehefrau kennengelernt. Ich denke, je weniger die Menschen haben, desto mehr geben sie. Keine Angst vor Veränderungen haben. Was wirst du nie vergessen? Ich würde sagen: die ganze Reise. Es gab so viele schöne und erlebnisreiche Momente, Da ist es schwer, sich festzulegen. Aber wenn ich mich für einen Spezifischen entscheiden müsste, dann wäre es der Abend, an dem ich meine Frau zum ersten Mal getroffen habe. Förderung und Organisation Deutsch-Afrikanisches Jugendwerk ( DAJW ) Mit Team works ! bilden junge und erfahrene Fachkräfte ein Tandem für nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit dem Senior Expert Service (SES) ermöglicht das DAJW Auszubildenden und jungen Berufstätigen 2,5 bis 6-wöchige Hospitationen auf dem afrikanischen Kontinent und in Deutschland. Weil das DAJW eingestellt wird, sind keine Bewerbungen mehr möglich. …
Keanu in den USA
[…] Keanu in Wisconsin Handarbeit mit Echtholz Keanu Mesic war während seiner Ausbildung zum Tischler mit AusbildungWeltweit für vier Wochen in der Stadt Madison (Wisconsin, USA) - bekannt für das Wisconsin State Capitol, die University of Wisonsin und seine eisigen Winter. Er stellte das erste Mal Zimmertüren aus Echtholz her, konnte seine Englischkenntnisse verbessern und lernen, wie man Fachbegriffe auch mit Hand und Fuß erklären kann. © X Jeanette Pittman Raus in die Welt! Warum es sich lohnt, während der Ausbildung ins Ausland zu gehen und welche Erfahrungen Keanu noch gemacht hat? Einfach weiterlesen! Keanu Während meines Lernaufenthalts habe ich viel mit Echtholz gearbeitet. In Deutschland nutze ich oft große Maschinen, in den USA war es mehr Handarbeit – das war spannend! So habe ich Zimmertüren aus Echtholz hergestellt. Keanu Das Projekt habe ich von vorne bis hinten durchgeführt: ich habe das Holz zurechtgeschnitten, verleimt und einzeln zusammengebaut. In Deutschland montieren wir Türen, stellen sie aber nicht selber her. Keanu Somit habe ich etwas ganz Neues gelernt, was ich in Deutschland bisher nur aus der Schule kannte. 1 2 3 / 3 Icon Pfeil Icon Pfeil © X Jeanette Pittman Keanu durfte in Handarbeit Zimmertüren aus Echtholz herstellen. © X Jeanette Pittman © X Jeanette Pittman Nach einer ersten Orientierung im College ging es in den Praktikumsbetrieb. Highlights Während der Zeit im Ausland gibt es Orte, Erfahrungen und Menschen, die man gerne in Erinnerung behält. Für Keanu gab es gleich mehrere Momente, die seinen Aufenthalt ganz besonders gemacht haben. © X Jeanette Pittman Keanu "Eines meiner Highlights war die Einführung am ersten Tag im Technical College . Dort waren wir während des Auslandsaufenthalts untergebracht und haben zu Beginn eine Orientierung bekommen, bevor wir in die Praktikumsbetriebe gegangen sind. Bis dahin kannte ich Colleges nur aus Filmen – das in echt zu sehen, war wirklich toll! Es gab eine Basketballhalle, einen Souvenirshop einen Starbucks…" "Auch persönlich habe ich viel mitgenommen. Vorher konnte ich nur so einigermaßen fließend Englisch sprechen. Aber ich habe gemerkt: Wenn man manche Fachbegriffe nicht kennt, kann man sie umschreiben. Notfalls geht es auch mit Händen und Füßen. Nach einigen Tagen hatte ich viele Fachbegriffe gelernt und jetzt spreche ich ziemlich fließend." "Ein weiteres Highlight in Madison war, dass uns eine Politikerin durch das Kapitol geführt hat. Sie ist die Mutter einer Lehrerin am College und hat uns alles gezeigt und einiges über die Geschichte der Sklaverei erzählt. Das war sehr interessant und der gesamte Besuch sehr beeindruckend!" © X Jeanette Pittman Keanu bei seinem Besuch im Kapitol Was bringt´s beruflich? Keanu hat neue Fertigkeiten erlernt, wie beispielsweise die Arbeit mit Echtholz und das Herstellen von Türen in Handarbeit. Außerdem hat er sein Englisch verbessern können und einige Fachbegriffe dazugelernt. Dieses Wissen bringt er mit in seinen Ausbildungsbetrieb. Und persönlich? Es geht auch ohne perfekte Sprachkenntnisse. Keanu hat gelernt, dass man Fachbegriffe notfalls mit Händen und Füßen umschreiben kann und dass man keine Angst davor haben muss, Fragen zu stellen oder Fehler zu machen. Der Aufenthalt ist ein Lernprozess. Bleibt offen für Neues! Keanus Fazit "Der Auslandsaufenthalt hat mich dankbarer gemacht. In Deutschland haben wir so hohe Standards in vielen Bereichen – zum Beispiel bei der Sicherheit. Das ist mir im Vergleich viel bewusster geworden. Vieles ist für uns selbstverständlich, der Weitblick hilft, das deutlicher zu sehen. Zudem bin ich offener geworden. In Amerika kommt man viel schneller und einfacher mit Menschen ins Gespräch als in Deutschland." Hinweise zu Förderung und Projekt AusbildungWeltweit Das Förderprogramm unterstützt dich bei deinem Auslandspraktikum während der Ausbildung. Gefördert werden Aufenthalte in allen Ländern, die nicht am Erasmus+ Programm teilnehmen, und mit einer Dauer von 3 Wochen bis 3 Monaten. Zu AusbildungWeltweit Icon doppelter Pfeil Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main Das Projekt wurde von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main organisiert. Alle zwei Jahre reisen acht Auszubildende zur Partnereinrichtung nach Madison, Wisconsin, um sich dort während eines Auslandspraktikums fachlich weiterzubilden. 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Theresa in Neuseeland
[…] Theresa in Neuseeland Nach der Ausbildung Berufserfahrung im Ausland sammeln Ganze sechs Monate wird sich Theresa um die Hauswirtschaft einer neuseeländischen Farm kümmern. Als gerade ausgelernte Hauswirtschafterin plant sie die Einkäufe, verpflegt die Farmerfamilie und übernimmt gelegentlich die Hausaufgabenbetreuung der Kinder. © X Theresa Rausch Hi, ich bin Theresa und arbeite für sechs Monate auf einer Farm in Neuseeland. Ich bin nun schon seit einem Monat in Neuseeland und wundere mich, wie schnell die Zeit vergeht. Mein Praktikum ist sehr abwechslungsreich, da ich den Haushalt organisiere, auf die beiden Kinder aufpasse und spannende Aufgaben bei der Farmarbeit übernehme. Auf der Milchfarm gehört auch die Versorgung der Kälber zu meinem Aufgabenbereich. Ich bekomme Einblicke in eine andere Art der Milcherzeugung, bereite landestypische Gerichte zu und richte sie an, und das alles in einer Fremdsprache. Ich wohne mit der Farmerfamilie zusammen und erlebe die neuseeländische Kultur dadurch hautnah mit. © X Theresa Rausch Hier füttere ich gerade die Kälber. © X Theresa Rausch © X Theresa Rausch In dieser Landschaft liegt meine Farm. Am meisten gefällt mir die wunderschöne Landschaft und, dass meine Farm zwischen den neuseeländischen Alpen und dem Pazifik liegt. In Deutschland wohne ich direkt vor den Alpen. Hier finde ich es super, dass die Berge zum Skifahren und Wandern, und das Meer zum Schwimmen und Surfen, auch in der Nähe sind. Überrascht hat mich auch die familiäre Atmosphäre in den kleineren Städten und Dörfern. Jeder kennt jeden und man wird sofort herzlich aufgenommen. © X Theresa Rausch © X Theresa Rausch Ein Wasserfall im Ort Hanmer Springs. © X Theresa Rausch Das Wetter ist hier ziemlich verrückt. Es verändert sich gefühlt alle fünf Minuten, sodass man an einem Tag Regen, Wind, dichten Nebel, strahlenden Sonnenschein und Schneefall hat. Woran man sich auch gewöhnen muss, sind die langen Anfahrtswege. Ich fahre zum nächsten Supermarkt 25km und zum nächsten Städtchen 55km. Als wir in der Familie Fish & Chips essen wollten, habe ich jeden Platz mit Besteck eingedeckt. Meine Gastmutter klärte mich dann erstmal auf, dass man beides mit Händen isst. Für mich ist das ungewohnt, frittierten Fisch und Pommes zusammen zu essen und dann noch mit der Hand. © X Theresa Rausch Die neuseeländischen Gebäcke sind Shortbread und Anzac Biscuits, beides seeehr lecker! © X Theresa Rausch Theresa Ein Auslandspraktikum sollte man unbedingt machen. Egal ob Irland oder Neuseeland - man verbessert die eigenen Sprachkenntnisse enorm, gewinnt Selbstvertrauen und lernt viele neue Menschen sowie deren Kultur kennen. Als ich mich über das Praktikum erkundigte, war einer meiner ersten Gedanken: 'Ohje, das kostet viel Geld.' Mittlerweile weiß ich, dass ich mir umsonst Sorgen gemacht hatte. Durch einen Zuschuss des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ( BMLEH ) ist der Eigenanteil überschaubar, außerdem wird in Neuseeland eine monatliche Vergütung gezahlt. Meine Eltern haben mich bei den Reisekosten unterstützt, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Schorlemer Stiftung Organisiert wurde das Fachpraktikum in Neuseeland durch die Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes. Sie hilft und unterstützt bei der persönlichen und organisatorischen Betreuung und bietet länderspezifische Orientierungsseminare. Der Auslandsaufenthalt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ( BMLEH ) finanziell unterstützt. Zur Schorlemer Stiftung Icon doppelter Pfeil …
Leonard in Malaysia
[…] Leonard in Malaysia Wie ist es in einer Werkstatt in Kuala Lumpur zu arbeiten? © X Leonard Schnug Leonard Leonard Schnug ist KFZ-Mechatroniker und war bereits zum zweiten Mal mit einer Förderung von Erasmus+ während seiner Ausbildung im Ausland unterwegs, um neue Erfahrungen zu machen und seine Kenntnisse zu erweitern. Dieses Mal ging es für vier Wochen nach Kuala Lumpur in Malaysia. Dort konnte er in einer kleinen Werkstatt viel Verantwortung übernehmen und mit netten Kollegen eine neue Arbeitskultur kennenlernen. Insgesamt war die Kommunikation mit dem aufnehmenden Betrieb sehr positiv, so dass Leonard sich gut aufgehoben gefühlt hat. Es gab immer eine Ansprechperson, wenn er Fragen hatte oder Hilfe brauchte. Der Besitzer des Praktikumsbetriebs ist ein Deutscher, der lange für Porsche gearbeitet hat. So lief dort vieles nach „deutschem Vorbild“. Einen Unterschied in der Arbeitsmentalität konnte Leonard dennoch feststellen. © X Leonardo Sachetto Gruppenfoto mit allen 4 Mechanikern und Werkstattbesitzer Leonardo Sachetto © X Leonard Schnug Mit seinen Kollegen hat sich Leonard richtig gut verstanden. Es wurde öfter freiwillig länger gearbeitet, um noch ein Projekt zu Ende zu bringen oder das Werkzeug zu reinigen. Insgesamt war die Atmosphäre entspannt und es musste selten unter Zeitdruck gearbeitet werden. Da Malaysia eine englische Kolonie war, ist die Amtssprache auch heute noch Englisch. Auch in der Werkstatt wurde hauptsächlich Englisch gesprochen. Ein besonderes Projekt, das Leonard über die vier Wochen in der Werkstatt abschließen konnte, war die Restauration eines Porsche 993. Leonard Der spannendste Moment war das erste Starten des wieder eingebauten Motors, da ich vorher noch nie einen kompletten Motor ein-/ausgebaut habe. © X Leonard Schnug Restauration des Porsche 993: "Vor meiner Ankunft war bereits der Motor ausgebaut worden, doch dann hatte der Mechaniker einen Motorradunfall, durch den er die Arbeit nicht fortführen konnte. Unter seiner Anleitung haben wir den Motor dann wieder eingebaut und alle anderen noch anstehenden Arbeiten beendet." Was macht man nach der Arbeit? In seiner Freizeit hat Leonard viel unternommen. Er wurde oft zum Essen und zu Unternehmungen eingeladen und spielte Fußball mit der Mannschaft eines Kollegen. © X Leonard Schnug In Kuala Lumpur gibt es viele Sehenswürdigkeiten, die Leonard alleine oder mit Menschen, die er kennengelernt hat, entdecken konnte. Durch das Praktikum bekam er einen authentischen Einblick in das Leben der Menschen und die Kultur des Landes. Ein großes Plus von Auslandspraktika während der Ausbildung ist die Gelegenheit, die Region aus einer nicht touristischen Sicht kennenzulernen. © X Leonard Schnug © X Leonard Schnug Port Dickson liegt ca. 90 km südlich von Kuala Lumpur. Dort gibt es einen wunderschönen Strand, der auch "Blue Lagoon" genannt wird. © X Leonard Schnug Der Merdeka 118 ist ein Wolkenkratzer mit 118 Stockwerken in Kuala Lumpur. Wer hat gefördert und organisiert? Erasmus+ Leonards Praktikum wurde mit Erasmus+ Berufsbildung gefördert. Als europäisches Programm unterstützt Erasmus+ in erster Linie Praktika in der EU sowie den Programmländern. Seit 2021 können in begrenztem Maß Aufenthalte außerhalb Europas gefördert werden. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil © X Berufsbildung ohne Grenzen Berufsbildung ohne Grenzen Der Aufenthalt wurde organisiert mit der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Die Handwerkskammer ist Teil im Beratungsnetzwerk Berufsbildung ohne Grenzen. Zu Berufsbildung ohne Grenzen Icon doppelter Pfeil 1 2 / 2 Icon Pfeil Icon Pfeil …
Jenny in Spanien
[…] Inselleben auf Mallorca © X Jenny Middecke Jenny Die Raumausstatterin absolvierte mit Erasmus+ ein Auslandspraktikum auf Mallorca, wo sie maßgeschneiderte Abdeckungen für Yachten anfertigte. Diese Erfahrung war für sie besonders wertvoll, da sie ihre handwerklichen Fähigkeiten erweiterte und gleichzeitig eine neue Kultur erlebte. Das Programm bot ihr die Möglichkeit, ihre beruflichen Horizonte zu erweitern und interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln – Vorteile, die besonders in einer globalisierten Arbeitswelt von großem Nutzen sind. Kurz zu mir Ich bin 23 Jahre alt und komme aus Tinnum auf der Insel Sylt. Während meiner Ausbildung zur Raumausstatterin an der BBZ am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg habe ich 2022 ein dreiwöchiges Praktikum auf Mallorca gemacht und dabei vor allem auf Yachten gearbeitet. Nach meiner Ausbildung bin ich gleich nochmal nach Spanien gegangen – diesmal gleich für acht Monate. Gearbeitet habe ich in einem Ein-Mann-Betrieb, in dem ich mich von Anfang an sehr wohlgefühlt habe. Auch mit meinem Spanisch ging es von Tag zu Tag besser. © X Jenny Middecke Hier bin ich mit meinem Chef auf dem Weg zur Arbeit im Hafen von Palma. © X Jenny Middecke Der Yachthafen von Palma... © X Jenny Middecke ... ist mit über 2.000 Liegeplätzen der größte der Insel. © X Jenny Middecke Das Spanisch-Buch war anfangs mein ständiger Begleiter. © X Jenny Middecke Echtes Inselleben Das Tolle war, dass ich neben der spannenden Arbeit auch das echte mallorquinische Leben kennengelernt habe. Mein Chef war sehr offen. So habe ich seine Kunden und Freunde kennengelernt und tiefe Einblicke gewinnen können. Ein kulinarisches Highlight war die Paella, die die Freundin meines Chefs gekocht hat. Das Handwerk Raumausstatterin ist eine handwerkliche Ausbildung, man kann dabei aber sehr kreativ werden und Menschen bei der Gestaltung von Räumen aktiv unterstützen. Letztlich geht es darum, die Räume schön und zugleich funktional zu machen: vom Polstern über den Sonnen- und Sichtschutz bis zu Fußböden und der Wanddekoration. Arbeitsalltag im Yachthafen Zur Arbeit sind wir meist in den Hafen von Palma gefahren. Auf den Yachten dort aktiv zu sein, das war schon etwas Besonderes. Wir haben hauptsächlich Sonnenabdeckungen oder Cover angebracht, um Möbel und anderes Equipment zu schützen. Die Cover haben wir in unserer Werkstatt angefertigt – das ging vom Maßnehmen über den Zuschnitt bis zur Präsentation beim Kunden und dem Aufziehen der Cover vor Ort. Teilweise hatten wir es mit richtig großen Yachten zu tun, die waren bis zu 90 Meter lang. Einmal sind wir sogar nach Barcelona gefahren, weil wir dort einen Auftrag hatten, ansonsten haben wir aber größtenteils im Hafen von Palma gearbeitet. © X Jenny Middecke Das war während meiner Ausbildung. Wir haben ein großes Sonnensegel für eine Yacht genäht und sind rausgegangen auf den Platz im Dorf, weil da mehr Platz war als in der Werkstatt. © X Jenny Middecke Eine Kollektion von Leder, denn mein Chef war auch Sattlermeister. Und beim Polstern geht es immer auch darum, die richtigen Farbtöne auszuwählen. © X Jenny Middecke Dieser Treppenläufer war nicht auf einer Yacht, sondern eine ganz normale Arbeit als Raumausstatterin auf der Insel. Auch solche Projekte haben wir gemacht. © X Jenny Middecke Im Lager haben wir die Stoffe für die Innenverkleidung ausgesucht. Dabei schauen wir natürlich, was der Kunde möchte und wieviel Meter wir brauchen. © X Jenny Middecke Das ist ein besonderes Bild, weil es ein Sessel ist, den ich für meinen Chef privat gepolstert habe. Das fand er richtig gut. Ein kleines Bergdorf im Westen Hatte ich während meines Praktikums noch zusammen mit anderen Auszubildenden in Palma gewohnt, so bin ich nach meiner Rückkehr direkt nach Puigpunyent gegangen, wo die Werkstatt und das Zuhause meines Chefs sind. Puigpunyent ist ein kleines und wunderschönes Bergdorf im Westen von Mallorca, circa 30 Minuten von Palma entfernt. Mein Chef ist dort sehr bekannt, weil er der einzige Raumausstatter im Dorf ist. Er hat mich überallhin mit hingenommen und mir sehr viel gezeigt. Das war wirkliches mallorquinisches Leben und eine ganz tolle Erfahrung für mich. Was bleibt Es war sehr schön, die Mentalität und den Lifestyle der Mallorquiner zu erleben. Auch beruflich hat es mir viel gebracht. In meiner Ausbildung auf Sylt habe ich vor allem gepolstert, in Spanien kamen ganz andere Dinge dazu. Den Schritt ins Ausland würde ich jedem empfehlen, weil es den eigenen Horizont enorm erweitert. Aktuell arbeite ich wieder als Raumausstatterin auf Sylt, allerdings nicht im handwerklichen Bereich, sondern im Verkauf: So habe ich alle Bereiche meines Berufes einmal durchlaufen. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen. Mein Chef auf Mallorca hat mir übrigens angeboten, jederzeit wiederkommen zu können. © X Jenny Middecke Natürlich gehörten auch Sonne, Meer und Strandleben zu meinem „kleinen Inselglück“ auf Mallorca. © X Jenny Middecke Das ist „Coco“, die Katze von meinem Chef. Sie ist immer bei uns in der Werkstatt herumgelaufen und war wie ein ständiger Begleiter. Jenny In Puigpunyent habe ich das echte Inselleben erlebt. Ich habe gesehen, wie in anderen Ländern gelebt und gearbeitet wird und faszinierende Menschen getroffen. Wer hat mich unterstützt? Erasmus+ Finanzielle Unterstützung gab es vom EU -Programm Erasmus+ Berufsbildung. Erasmus+ fördert Auslandsaufenthalte während und nach der Ausbildung. Zu Erasmus+ Berufsbildung Icon doppelter Pfeil Text: Manfred Kasper, im Auftrag der NA beim BIBB. …