Checkliste - Was du vor, während und nach dem Praktikum beachten solltest

Behalte den Überblick

Du bist bereit, dir dein eigenes Bild von einem anderen Land zu machen? Und für dein Leben und deinen Beruf neues zu lernen? Gut, dass du einzigartige Erfahrungen machen und deine  beruflichen Möglichkeiten erweitern möchtest!

Immer im Blick, worauf es dir wirklich ankommt

Damit dir Planung und Vorbereitung leichter fallen, solltest du deine Fragen und Wünsche mit Hilfe der Checkliste durchdenken. In der Familie, im Freundeskreis, im Betrieb und in der Berufsschule ist einiges zu besprechen. Und auch zur Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch, ist diese Checkliste hilfreich. Denn der Auslandsaufenthalt soll wirklich zu dir passen.

Wichtig: Beginne frühzeitig mit den Vorbereitungen, damit deiner Abreise nichts im Wege steht. Wenn dir deine Berufsschule oder dein Betrieb einen Lernaufenthalt in Europa anbieten, sind wenige Monate Vorlaufzeit vielleicht ausreichend. Für ein Ziel in Übersee solltest Du schon ein Jahr vor der Abreise vieles geklärt haben.

Ganz am Anfang

Wie stellst du dir deinen Auslandsaufenthalt vor? Los geht's mit den Überlegungen!

Was für eine Art von Auslandsaufenthalt soll es sein?

Es kann sein, dass mehrere Punkte zutreffen

  • Praktische Mitarbeit in deinem Berufsbereich während oder nach der Ausbildung
  • freiwilliger Teil der Ausbildung
  • Pflichtbestandteil der Ausbildung
  • Internationale Zusatzqualifikation mit Auslandsaufenthalt
  • Doppelabschluss

Wie lange soll dein Aufenthalt dauern?

  • Wenige Wochen
  • 3 bis 6 Monate
  • 6 bis 12 Monate
  • 12 bis 24 Monate

In welches Land möchtest du?

  • Hast du ausreichende Sprachkenntnisse? Die Teilnahmevoraussetzungen für einzelne Programme sind sehr unterschiedlich. Lass dich beraten.
  • Gibt es persönliche oder besondere fachliche Gründe für deine Länderauswahl? Welche?
  • Wurde dir das Zielland von jemandem empfohlen? Wenn ja, warum?

Was erwartest du von deinem Auslandsaufenthalt?

  • Selbständiger werden
  • Land und Kultur gut kennenlernen
  • Kenntnisse und Sprachpraxis in einer Fremdsprache
  • Geschäftskultur kennenlernen
  • Markt und Branche kennenlernen
  • bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben. Welche?
  • Zusätzliche Qualifikationen erwerben. Welche?
  • Berufschancen verbessern
  • Berufliche Möglichkeiten erweitern
  • Berufliche Kontakte
  • Persönliche Kontakte
  • Sonstige Erwartungen

Hast du dich schon gut erkundigt oder beraten lassen?

  • Auslandserfahrene Freunde, Verwandte oder Kollegen gefragt?
  • Bei einer unabhängigen Beratungsstelle angerufen (z.B. IBS, Mobilitätsberatung, Eurodesk, Berufsverband, etc.)
  • Im Betrieb oder in der Berufsschule nach Möglichkeiten gefragt?
  • An einer Informationsveranstaltungen teilgenommen oder eine Ausbildungsmesse besucht?
  • Im Internet nach Informationen gesucht?

Gibt es persönliche Besonderheiten, die bei der Auswahl eines Programmes beachtet werden müssen?

Eine offene und ehrliche Kommunikation ist auch bei allen anderen Fragen wichtig, damit ein Programm entsprechend ausgewählt oder angepasst werden kann.

  • Körperliche Einschränkungen
  • Allergien
  • Besondere Ernährungsweise oder Diäten
  • Einnahme von Medikamenten, die auch im Ausland fortgeführt werden muss

Vor der Bewerbung

Die Idee ist konkreter geworden und nun geht´s an die Vorbereitungen.

  • Mit Berufsschule und Betrieb sprechen: Zeitpunkt des Auslandsaufenthalts festlegen, Freistellungen beantragen
  • Informiere deine IHK oder HWK und frage nach Tipps und Unterstützung. Bei Auslandsaufenthalten von über vier Wochen musst du außerdem eine Lernvereinbarung mit deiner Kammer abstimmen. Darin wird festgelegt, was du im Ausland lernen möchtest.
  • Finanzen geklärt?
  • Welche Anmelde- oder Bewerbungsunterlagen brauchst du?
  • Lebenslauf und evtl. ein Anschreiben auf Englisch oder in der benötigten Fremdsprache verfassen. Dabei hilft der Europass-Lebenslauf – die Vorlage gibt es in allen europäischen Sprachen hier: www.europass-info.de
  • Kann dir jemand beim Zusammenstellen der Unterlagen helfen, wenn es mal hakt z. B. eine Beratungsstelle oder Freunde?

Vor dem Auslandspraktikum

Du hast dich erfolgreich auf ein Auslandspraktikum beworben? Herzlichen Glückwunsch! Doch jetzt nicht die Füße hochlegen, denn es gibt eine Menge zu organisieren und zu planen.

  • Um Versicherungen gekümmert?  Besonders die Auslandskrankenversicherung, Haftpflicht- und Unfallversicherung sind wichtig. Auch eine Reiserücktrittkostenversicherung kann Sinn machen.
  • Reise gebucht? Lohnt sich eine Reiserücktrittsversicherung, weil z. B. der Flug sehr teuer ist? Lohnt sich in deinem Falle eine Gepäckversicherung?
  • Ist die Unterbringung geklärt?
  • Wer holt dich ab bei der Ankunft?
  • Wer ist dein Ansprechpartner vor Ort?
  • Wird Arbeitskleidung gestellt oder muss sie mitgebracht werden?
  • Reisedokumente beantragt oder verlängert? Brauchst du ein Visum?
  • Auslandsführerschein beantragt?
  • Gesundheitlich vorgesorgt (Impfberatung durch Hausarzt, Besuch beim Zahnarzt, etc.)
  • Gibt es ein Angebot zur interkulturellen Vorbereitung?
  • Gibt es einen Sprachkurs vorab oder vor Ort?

Kurz vor der Abreise

Die Vorfreude steigt! Jetzt bloß nichts Wichtiges vergessen.

  • Reisegepäck vollständig? Grundausstattung an Kleidung, Fotoausrüstung, Laptop, Reiseapotheke?
  • Kennst du den Weg zur Unterkunft oder holt sich jemand ab?
  • Gibt es Dinge, die nicht im Gepäck sein dürfen z. B. Einfuhrbestimmungen des Gastlandes beachten?
  • Geld wechseln: Nicht in allen EU-Staaten gibt es den Euro. Für den Anreisetag ist es gut, ein paar Pfund oder Kronen in der Tasche zu haben. Informiere dich auch bei deiner Bank, ob du im Ausland Geld abheben kannst.  
  • Gastgeschenk und Fotos von zu Hause dabei?
  • Adressbuch aktualisiert? Speichere die wichtigsten Nummern für den Notfall in dein Handy ein. (Freunde, Deutsche Botschaft im Gastland, Betreuungsangebote und Gastbetrieb)
  • Abschiedsparty geplant?

Während des Auslandsaufenthalts

Los geht's - das wird die Zeit deines Lebens!

  • Stoff aus der Berufsschule nachholen: Bleibe auf dem Laufenden, was in der Berufsschule passiert. Dann fällt der Wiedereinstieg nach dem Praktikum nicht so schwer. Deine Lehrer oder Freundinnen können dir den Unterrichtsstoff mailen oder über einen Server zukommen lassen.
  • Genießen, Neues lernen, Land und Leute kennenlernen! :-)

Nach dem Auslandsaufenthalt

So wirkt dein Auslandspraktikum noch lange nach.

  • Lass dir den „Europass Mobilität“ oder, falls du nicht in Europa unterwegs warst, ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen. Dieses Dokument sollte zeigen, welche Fähigkeiten du während des Auslandspraktikums erworben hast - ein Plus für spätere Bewerbungen. 
  • Halte den Kontakt zu deinem Gastbetrieb und deinen neuen Freundinnen und Freunden.
  • Erzähle im Betrieb, was du im Ausland erlebt und gelernt hast. Danke deinem Chef oder deiner Chefin für die Möglichkeit und zeige ihnen, dass sich der Auslandsaufenthalt für alle gelohnt hat.