Deine Möglichkeiten - Als Azubi in die Welt

Du bist wild entschlossen, schon in der Ausbildung Berufserfahrung im Ausland zu sammeln? Maximal ein Viertel deiner Ausbildungszeit kannst du mit Auslandspraktika verbringen.

Ob das geht, fragst du dich? Die Erfahrung zeigt: Was du in deiner Ausbildung zu Hause gelernt hast, wird dir helfen, in der Ferne klar zu kommen. Dein Beruf ist wie eine Brücke, über die du gehen kannst. Dafür brauchst du keine perfekten Sprachkenntnisse. Der Spaß am Beruf bringt dich weiter. Und du wirst viel Neues lernen. Nach kurzer Zeit wirst du das Leben und die Arbeitswelt in deinem Gastland gut verstehen.

So sehen deine Möglichkeiten aus

Deine Zeit im Ausland kann in verschiedenen Formaten stattfinden. Hier findest du die häufigsten Formen, wie Auslandsaufenthalte während der Ausbildung stattfinden können.

Auslandspraktikum während der Ausbildung

Alleine losziehen oder an einem Gruppenprogramm teilnehmen: Du entscheidest, je nachdem wie selbstständig du dein Praktikum gestalten möchtest. Im Ausland lernst du dann in einem Betrieb oder in einer Bildungseinrichtung.

Nach dem Berufsbildungsgesetz können Ausbildungsabschnitte im Ausland als Teil der Berufsausbildung gelten. Daher ist es wichtig, dass dein Auslandspraktikum fachlich gut zu deiner Ausbildung passt. 

Gut zu wissen:

Stimm‘ dich gut mit deinem Ausbildungsbetrieb ab und lass dich von deiner Berufsschule freistellen. Dein Auslandspraktikum ist Bestandteil deiner Ausbildung. Die Ausbildung wird nicht unterbrochen und deine Ausbildungsvergütung wird weitergezahlt. Es ist nicht zulässig, dafür Urlaub zu nehmen.

Gute Argumente für deinen Ausbildungsbetrieb findest du in unseren Tipps.

Wie lange dauert’s?

wenige Wochen bis einige Monate - maximal ein Viertel der Ausbildungszeit.

Wer unterstützt dich?

Die grundsätzliche Unterstützung deines Ausbildungsbetriebes und deiner Berufsschule sind wichtige Voraussetzungen für dein Abenteuer Auslandspraktikum. 
Da ein Auslandspraktikum auch mit Kosten verbunden ist, gibt es auch Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Zum Beispiel kannst du mit dem Förderprogramm Erasmus+ als Azubi mehrwöchige Praktika innerhalb Europas machen. Oder mit AusbildungWeltweit ferne Kontinente erkunden. Melde dich bei uns - wir helfen dir, das passende Programm zu finden!

Achte auf das richtige Visum

Als Touristin oder als Tourist darfst du auf keinen Fall ein Praktikum machen oder in einem Unternehmen arbeiten. Dafür musst du schon vor deiner Abreise eine spezielle Arbeitserlaubnis beantragen.

 Alle Infos zu Pass & Visum haben wir für dich noch einmal übersichtlich zusammengefasst.

Internationale Zusatzqualifikation mit Auslandsaufenthalt

Mit einer internationalen Zusatzqualifikation kannst du deiner „normalen“ dualen Berufsausbildung im Handwerk oder im kaufmännischen Bereich ein internationales i-Tüpfelchen verpassen. Du kannst dein Wissen aus der Ausbildung und der Berufsschule ausbauen, deine Fertigkeiten verbessern und deine Kompetenzen erweitern. Durch das erworbene Spezialwissen kannst du dir neue und interessante Arbeitsfelder erschließen und damit deine Arbeitsmarktchancen verbessern.

Frag‘ bei deinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb oder deiner Berufsschule nach internationalen Zusatzqualifikationen. Auch die für dich zuständige Handwerkskammer (HWK) oder Industrie- und Handelskammer (IHK) kann dir sagen, welche Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen eine internationale Zusatzqualifikation möglich machen. Die Berufsschule bietet dir dann zusätzliche Fächer an, wie z.B. europäisches Warenrecht oder internationales Marketing und einen intensiveren Fremdsprachenunterricht.

Du kannst sicher sein: ein mehrwöchiges Auslandspraktikum während der Ausbildung ist somit fest eingeplant. Die Zusatzqualifikationen werden über Prüfungen bei Kammern, an Berufsschulen oder externen Trägern zertifiziert. Wenn du bestehst, bekommst du ein anerkanntes Zertifikat, z.B. „Europaassistent/-in im Handwerk“; „Asienkauffrau/-mann“, "Kauffrau/-mann International – Schwerpunkt Vereinigtes Königreich" oder „Internationales Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen“.

Gut zu wissen:

Du kannst eine internationale Zusatzqualifikation mit Auslandsaufenthalt auch noch machen, wenn du bereits Azubi bist. Dein Auslandsaufenthalt kann dann z.B. im letzten Ausbildungsjahr erfolgen.

Alle Zusatzqualifikationen für deine Berufsausbildung findest du in der Datenbank AusbildungPlus > Zusatzqualifikationen. Dort kannst du internationale Zusatzqualifikationen nach Ausbildungsberuf und Bundesland filtern und findest so die angebotenen Zusatzqualifikationen in deiner Nähe. 

Ausbildung mit Doppelabschluss

Du lebst in einer Grenzregion? Vielleicht ist der Arbeitsmarkt der Nachbarn interessant für dich. In einigen Grenzregionen ermöglichen Ausbildungsprogramme, parallel zum deutschen Berufsabschluss auch das Abschlusszeugnis des Nachbarlands zu erwerben. Dazu absolvierst du dort ein Betriebspraktikum z.B. in Belgien und belegst ein zusätzliches Ausbildungsmodul, um Fachinhalte aus der Ausbildung des Nachbarlands zu ergänzen. Der erfolgreiche Abschluss ist der Türöffner für gleich zwei Arbeitsmärkte, z.B. ein deutsch-belgischer Gesellenbrief als Kfz-Mechatroniker/in für Deutschland und Belgien. 

 

Frag‘ bei deinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb oder deiner Berufsschule nach, ob die Möglichkeit besteht eine Ausbildung mit Doppelabschluss zu machen. Auch die für dich zuständige Handwerkskammer (HWK) oder Industrie- und Handelskammer (IHK) kann dir sagen, welche Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen eine Ausbildung mit Doppelabschluss anbieten.

Gut zu wissen:

Du kannst den Doppelabschluss auch erwerben, wenn du bereits Azubi bist. Dein Auslandsaufenthalt kann dann z.B. im letzten Ausbildungsjahr erfolgen.

Berufsbezogene Freiwilligeneinsätze im Ausland

Berufsbezogene Freiwilligeneinsätze im Ausland ermöglichen dir deine sozialen Kenntnisse zu vertiefen und geben dir die Chance, international Erfahrungen zu sammeln. Du erweiterst deine Fremdsprachenkenntnisse, kannst deine beruflichen Fähigkeiten vertiefen, erhältst neue Impulse und erweiterst deinen Horizont. Je nachdem, welchen Beruf du gelernt hast, kannst du dich z.B. im Bildungsbereich, Kulturmanagement, Journalismus, im Sozialbereich, Naturschutz oder in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren.

Geförderte Freiwilligendienste finanzieren teilweise deine Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung, etwas Taschengeld vor Ort sowie begleitende Seminare. Es gibt eine begrenzte Anzahl an Plätzen, daher solltest du dich rechtzeitig, circa 6-9 Monate vorher, darum kümmern. Falls du mit einem nichtgeförderten Freiwilligendienst ins Ausland gehst, trägst du die Kosten selbst. Die Höhe richtet sich danach, mit welcher Organisation du dich ins Ausland vermitteln lässt, wie lange du bleibst, wohin es geht usw. Also schau genau hin, was du für dein Geld bekommst: Hast du jederzeit eine Ansprechperson im Ausland? Wie genau sieht dein Einsatz im Ausland aus? Wirst du mit Seminaren auf deine Zeit im Ausland sprachlich und kulturell vorbereitet?

Wie lange dauert's?

zwischen 2 und 18 Monaten.

Workcamps bieten eine sinnvolle Alternative: Hier kommst du mit jungen Menschen aus aller Welt zusammen, um gemeinsam an einem ehrenamtlichen Projekt mitzuarbeiten. Eurodesk informiert dich auf rausvonzuhaus.de über internationale Workcamps und zeigt dir, wo du dich bewerben kannst.

Wie alt muss man sein?

Ein Europäischer Freiwilligendienst ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Für Einsätze in anderen Ländern gibt es teilweise Altersgrenzen bis 26 oder 28 Jahren.

Ist das auch gut?

Wie sieht’s mit der Qualität von Freiwilligendiensten aus? Darüber gibt das Quifd-Gütezeichen Auskunft. Dort findest du alle zertifizierten Anbieter.

Wichtig!

Bereite dich rechtzeitig vor. Geförderte Freiwilligendienste suchen bereits 6-9 Monate vorher ihre Teilnehmenden aus.

 

In unserem Stipendienfinder findest du auch die Übersicht über alle geförderten Freiwilligendienste im Ausland.

Falls dir ein Ausbildungsabschnitt im Ausland nicht genug ist, dann gibt es auch die Möglichkeit die gesamte Ausbildung im Ausland zu absolvieren. Oder du gehst ins Ausland nachdem du deine Ausbildung abgeschlossen hast. 

Grenzüberschreitende Ausbildung oder komplette Ausbildung im Ausland

Grenzüberschreitende Ausbildung

Wenn du in einer Grenzregion wohnst, wo die Betriebe und Ausbildungseinrichtungen des Nachbarlands vor der Haustür liegen, kannst du dich von Anfang an europäisch ausbilden lassen und somit deine Berufschancen zu Hause und im Nachbarland verbessern. In einigen Ausbildungsprogrammen absolvierst du einen Teil deiner Ausbildung im europäischen Nachbarland, z.B. die betriebliche Ausbildung in den Niederlanden und die Berufsschule in Deutschland.

Wenn du dich für eine grenzüberschreitende Ausbildung interessierst, frage am besten die Beraterinnen und Berater deiner regionalen Berufsberatung. Diese kennen die Ausbildungsangebote in deiner Region.

Hier kannst du dich über die Ausbildungssysteme in anderen Ländern informieren:

Ausbildung im Ausland

Die Ausbildung gleichzeitig mit einem anerkannten deutschen und einem anerkannten französischen, spanischen oder portugiesischen Abschluss beenden? Ja das geht! Wenn du dir zutraust deine komplette Ausbildung für 2-3 Jahre im Ausland zu absolvieren, dann solltest du die Chance nutzen. Du vertiefst deine Sprachkenntnisse und lernst in einem internationalen Team zu arbeiten. Damit verbesserst du deine Berufsaussichten in Deutschland und weltweit. Der Vorteil: Mehr Auslandserfahrung während der Ausbildung geht nicht.

Für einige junge Leute gibt es gute Gründe, die komplette Ausbildung in einem ausländischen Ausbildungsbetrieb und einer deutschen Auslandsberufsschule zu absolvieren: Vielleicht hat ein deutsches Unternehmen eine Niederlassung im Ausland und möchte dich gezielt auf eine internationale Tätigkeit vorbereiten. Oder du bist zweisprachig aufgewachsen und möchtest diesen „Schatz“ in deiner Ausbildung weiter vergrößern.

Wenn Ausbildung und Prüfung nach deutschen Standards stattfinden, wird der Abschluss auch in Deutschland anerkannt, z.B. die Ausbildung zur Industriekauffrau oder zum Kaufmann/-frau für Spedition und Logistik in Spanien oder eine kaufmännische Ausbildung in Paris.

Konkrete Ausbildungsmöglichkeiten im dualen System gibt es beispielsweise in Spanien, Hong Kong, Argentinien und Frankreich:

  • Spanien: An der FEDA German Business School mit Ausbildungszentren in Barcelona und Madrid werden verschiedene Ausbildung nach dem dualen System angeboten. Alle Informationen findest du bei der FEDA und der Deutschen Handelskammer in Spanien.
  • Hongkong: Auch die AHK Hongkong bietet verschiedene Ausbildungen nach dualem System an. Alle Informationen findest du bei der Deutschen Handelskammer in Hongkong
  • Argentinien: Das Berufsbildungszentrum (BBZ) in Villa Ballester, Buenos Aires und die Deutsch-Argentinische Industrie- und Handelskammer (AHK) bieten kaufmännische Ausbildungen im dualen System an. Alle Informationen gibt es beim BBZ Instituto Ballestar.
  • Frankreich: Die Compagnons du Devoir, eine gemeinnützige französische Handwerks-Vereinigung, bieten in verschiedenen Berufen eine anerkannte Handwerksausbildung nach dualem System an. Alle Informationen gibt es bei L’Association ouvrière des Compagnons du Devoir et du Tour de France.

 

Fortbildung und Berufstätigkeit im Ausland

Fortbildung im Ausland

Du möchtest nach deiner Ausbildung Auslandserfahrung sammeln, die dich beruflich weiterbringt? Für viele Berufe gibt es Fortbildungsmöglichkeiten, die auch im Ausland stattfinden können. 

Als frischgebackene Fachkraft kannst du im Ausland deine beruflichen Kenntnisse vertiefen und dadurch lernen, dich in einem internationalen Umfeld zu bewegen. Kaufmännische Seminare bereiten erfahrene Fachkräfte gezielt auf eine ausländische Geschäftskultur vor. Oder du nimmst an einer Fachkräftebegegnung im Ausland teil, um eine bestimmte Fragestellung mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen zu vertiefen. Gefragte Qualifikationen, die nicht nur für dich persönlich, sondern auch für Arbeitgeber interessant sind.

Diese Fortbildungen können über Förderprogramme oder Stipendien unterstützt werden, dies hängt jedoch oft vom Zeitpunkt der Fortbildung z.B. im Anschluss an deine Ausbildung ab. Es ist daher auch möglich, dass es keine passende finanzielle Unterstützung gibt. Damit keine Fehlzeiten entstehen, kann der Bildungsurlaub in Frage kommen, der dir als Arbeitnehmerin zusteht. 

Berufstätigkeit im Ausland

Was geht?
Durch eine Berufstätigkeit im Ausland kannst du dich auf internationale Tätigkeitsfelder vorbereiten oder beruflich neue Wege gehen. Du arbeitest dann nicht als Praktikantin, sondern als qualifizierte Fachkraft in einem Unternehmen, einer Organisation oder einem Projekt im Ausland. Beispiele sind etwa ein 4-monatiger Arbeitseinsatz in asiatischen Ländern zur Vorbereitung zukünftiger Absatzmärkte, bei der Weltgesundheitsorganisation oder in einem Projekt der Entwicklungszusammenarbeit. Oftmals bist du als Fachkraft nicht einmal auf Förderprogramme angewiesen, weil du eine ausreichende Entlohnung erhältst.

Weitere Infos: Wenn du vorhast, nach deiner Ausbildung im Ausland zu arbeiten, kontaktiere uns persönlich. Denn je nachdem was du gelernt hast, wo du im Ausland arbeiten möchtest und wie lange, können wir dir am besten individuell weiterhelfen. Es gibt natürlich viele Programme, die du nutzen kannst, aber oftmals passen diese nicht 100% mit deinen beruflichen Vorstellungen zusammen. Damit du dich dann bei deiner Suche nicht im Dschungel der Möglichkeiten verlierst, helfen wir dir gern mit gezielten Ansprechpersonen, Webseiten und weiteren Hilfestellungen. 

Egal in welchem Format, während deiner Ausbildung im Ausland lernen und arbeiten ist in jedem Fall eine gute Wahl und wird dich persönlich wie beruflich weiterbringen! Worauf wartest du also noch?

Wer ins Ausland will, muss reich sein?

Stimmt nicht!

Ob Europa oder Australien, Amerika oder Asien - berufliche Auslandsaufenthalte sind fast auf der ganzen Welt möglich. Und für die Extrakosten gibt es Förderprogramme.

Mit dem Stipendienfinder findest du die passende Finanzierungshilfe zum beruflichen Lernen im Ausland.

Hier geht's zum Stipendienfinder!

Inklusion, Vielfalt und Nachhaltigkeit - auch für dein Auslandspraktikum!

Auslandsaufenthalte sind für alle möglich!

Lass dich von nichts entmutigen - auch mit einer Behinderung oder Benachteiligungen kannst du ein Auslandspraktikum während der Ausbildung machen. Viele Förderprogramme sind inklusiv und übernehmen Sonderkosten in voller Höhe.  

Hier gibt's alle Infos

Klimafreundlich ins Auslandspraktikum? 

Ob du zum Auslandspraktikum ins Nachbarland oder weiter weg reist – du hast es in der Hand, deinen Auslandsaufenthalt möglichst nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten. Wir haben einige Tipps für dich und Förderprogramme, die dich unterstützen.

Hier gibt's alle Infos

Du hast auch Lust auf ein Auslandsabenteuer?

Schau dir die Erfahrungsberichte ehemaliger Praktikantinnen und Praktikanten an und erfahre was Auszubildende über ihr Auslandspraktikum berichten. 

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